DIE ZECKEN KOMMEN So reduzieren Sie Ihr Borreliose-Risiko VOM BLATT ZUR WURZEL Mit dem „Leaf-to-Root“-Ansatz gegen Lebensmittelverschwendung IMMER GUT TEMPERIERT Wie sich die Körpertemperatur auf unsere Gesundheit auswirkt KUR, REHA UND GVA-EXTRA Wie sich die Heilverfahren unterscheiden 05 / 23, 18. Jahrgang, € 2,40 von Kopf bis Fuß SCHUTZ SONNENDie besten Tipps für gesunden Sonnengenuss Hautkrebs erkennen und vorbeugen Gesundheitsrisiko Solarium
2 DA BIN ICH DAHEIM ORF NIEDERÖSTERREICH
3 n KOLUMNE Zahlen sind nicht für Menschen wie mich gemacht. Denn Menschen wie mir sind Zahlen völlig egal. Zum Beispiel die Zahl meines Alters. Ganz ehrlich, manchmal vergesse ich die sogar. Ich halte mich aus Prinzip für mindestens zwei Jahre jünger, als ich eigentlich bin. Und das ist etwas Gutes, finde ich. Auch die Zahl auf der Waage ignoriere ich gekonnt seit vielen Jahren. Für mich zählt einzig und allein der Blick in den Spiegel und meine Kondition, die ich bei den Spaziergängen mit dem Hund an den Tag legen muss. Solange ich da mithalten kann, ist alles paletti. Meine Freundin Inge sieht das anders: Kaum werden die Uhren auf Sommerzeit gestellt, will sie schnellstmöglich frühlingsfit werden: Jedes Jahr kommt ihr eine neue Idee, um dieses Ziel zu erreichen. Vom Yoga-Retreat auf Madeira über Intervallfasten bis hin zu einer Ayurveda-Kur war bereits alles dabei. Heuer lautet Inges Devise: Kurz, knackig und effektiv muss es sein. Deshalb setzt sie jetzt auf hochintensives Intervalltraining, hüpft wie eine Irre durchs Haus und funktioniert Waschmittelflaschen und schwere Bücher gekonnt zu Trainingsgeräten um. Letzte Woche hat sie mich dazu überredet, eines dieser Heimtrainings mit ihr zu machen. Schwitzend und keuchend lies ichmich durch den Fernseher von Inges englischsprachiger Trainerin anschreien und musste schockiert feststellen, dass es um meine Kondition wohl doch nicht so gut bestellt ist wie gedacht. Vielleicht sind mir Zahlen doch nicht so egal, dachte ich verzweifelt, während ich den Timer fixierte und hoffte, dass das Workout schnell ein Ende nehmen würde. Apropos Zahlen: Es gibt da sehr wohl eine Zahl, die ich großartig finde: 287.000. Das ist nämlich die Zahl der Leserinnen und Leser, die sich Ausgabe für Ausgabe auf unser GESUND & LEBEN freuen. Und das macht mich richtig stolz. Sogar noch stolzer als das erfolgreich absolvierte Intervalltraining! In diesem Sinne bedanke ich mich herzlich für Ihre Treue und wünsche Ihnen einen heiteren und sportlichenMai! Herzlich, Ihre Nina nina@gesundundleben.at Die Sache mit den Zahlen LEBENSFREUDE: TIPPS & INFOS Ein Forschungsteam der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz (D) hat eine wesentliche neue Erkenntnis zur Funktionsweise des Gehirns erzielt, die in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht wurde: Der sogenannte Nucleus subthalamicus, ein Nervenkern im Stammhirn, reguliert sowohl die Geschwindigkeit, mit der Bewegungen ausgeführt werden, als auch die Geschwindigkeit von Prozessen der Entscheidungsfindung. Das erfolgt, so das neue Forschungsergebnis, unabhängig voneinander. Dieses Wissen ist Grundlage für eine verbesserte Form der Tiefenhirnstimulation, mit der Bewegungsstörungen bei Parkinson-Betroffenen jetzt noch gezielter behandelt werden können. FOTOS: ISTOCK_BERITK, BENJAMIN SCHÖN, STOCK.ADOBE.COM/SYLVERARTS „Die täglichen 10“ mit Ingrid Wendl „Sissy-Kniebeuge“: Kommen Sie auf einer weichen Matte in den Kniestand. Behalten Sie während der gesamten Übung Spannung im Bauch. Ihr Körper fungiert von Knie bis Kopf als Einheit. Auch der Po ist gut gespannt. Die Arme können Sie vor der Brust verschränken. Lehnen Sie sich nun langsam und kontrolliert nach hinten wie ein Brett. Spüren Sie, wie die Oberschenkel- ansätze sowie der Bauch auf Spannung/Zug kommen. Nun lehnen Sie sich langsam und ohne Schwung wieder nach vorne. Starten Sie sachte mit dieser Übung und steigern Sie den Bewegungsumfang Schritt für Schritt. Wiederholungen: Sechs- bis achtmal, zwei bis drei Durchgänge „DIE TÄGLICHEN 10“ ZUM BESTELLEN Heuer geht es in der Broschüre um Übungen für ein stabiles Knie. Bestellung bei Sportland Niederösterreich, Tel.: 02742/9000-19886, info@sportlandnoe.at Gezieltere Parkinson-Therapie dank neuer Erkenntnisse
Die nächste Ausgabe von GESUND & LEBEN erscheint am 01.06.2023. n LEBENSFREUDE 3 Tipps & Infos 6 Sonnenschutz von Kopf bis Fuß Wie Sie die Sonne unbeschwert genießen können 12 Vom Blatt bis zur Wurzel Lebensmittel ganzheitlich verwerten – das ist das Ziel des „Leaf-to-Root“- Ansatzes 16 Hannas Blick auf die Welt Hanna Gugler ist Autorin beim Medium „andererseits“ und setzt sich für Inklusion ein 19 Das große GESUND & LEBEN-Rätsel Jetzt miträtseln und gewinnen! 20 Dreikampf der besonderen Art Bei der Challenge St. Pölten messen sich sowohl Triathlon-Profis als auch Hobby- sportlerinnen und -sportler n LEBENSKRAFT 22 Tipps & Infos 24 Zeit des Wandels Die Wechseljahre gehen oft mit unterschiedlichen Beschwerden einher – pflanzliche Arzneimittel, Hormone und ein gesunder Lebensstil können helfen 28 N eue Medikamente, neue Hoffnung für Betroffene Von neuen Medikamenten könnte unter anderem die Therapie von Krebs, Infektions- und Stoffwechselkrankheiten sowie von neurologischen Erkrankungen profitieren 32 Hilfe, die Zecken kommen! Erste Hilfe bei Zeckenstich und wogegen die Impfung schützt 34 Immer gut temperiert Was die Körpertemperatur über unsere Gesundheit aussagt und wann Vorsicht geboten ist Jeden Donnerstag die besten Gesundheitstipps auf Ihrem Computer, Ihrem Laptop oder auf Ihrem Handy erhalten! Der neue GESUND & LEBEN-Newsletter liefert Ihnen Woche für Woche gesunde Impulse für mehr Wohlbefinden: frische, saisonale Rezepte zum Nachkochen, Vorschläge für Trainingseinheiten zwischendurch und spannende neue Fakten aus der Medizin. Melden Sie sich jetzt an unter www.gesundundleben.at/newsletter oder einfach QR-Code scannen. Der Newsletter ist für Sie natürlich gratis! WOCHE FÜR WOCHE MEHR GESUNDHEIT! Der GESUND & LEBENNewsletter ist da! 6 Sonnenschutz von Kopf bis Fuß 12 Lebensmittel ganzheitlich verwerten 4 37 Das große Extra zu Gesundheitsvorsorge Aktiv, Kur & Reha
5 FOTOS: ISTOCK_VERONA_S, _ANASTASIA FRISEN, _KNAPE, _DIMITRIS66, _PEOPLE IMAGES, _OKSANA HORIUN, WWW.WACHAUFOTO.AT/JOSEF SALOMON, MARKUS HINTZEN LIEBE LESERINNEN UND LESER! Die 27 Klinikstandorte und 48 Pflege- und Betreuungszentren sowie die zwei Pflege- und Förderzentren sind das Herzstück der Gesundheits- und Pflegeversorgung in unserem Heimatbundesland. In Summe sind es rund 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter dem gemeinsamen Dach der NÖ Landesgesundheitsagentur hervorragende Arbeit leisten. UnsereKliniken sind starke Impulsgeber indenRegionen, jedes dieser Häuser hat seine speziellen Aufgaben und seinen Auftrag zu erfüllen. Diese Leistung erbringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezeichnet und mit großem Engagement. Sie zeigen durch ihre tägliche Arbeit einerseits die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich, andererseits auch die Empathie und Menschlichkeit, die Patientinnen und Patienten in der Ausnahmesituation eines Klinikaufenthalts brauchen. Sie sind für unsere Bevölkerung die besten Nahversorger für Gesundheitsdienstleistungen und Spitzenmedizin. Wie sehr Sie, liebe Leserinnen und Leser, diese Leistungen schätzen und anerkennen, teilen Sie in zahlreichen Zuschriften mit, die in GESUND & LEBEN auf Seite 50 abdruckt werden. Über diese Wertschätzung freuen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsbereichs ganz besonders! Unsere Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren gewährleisten die beste Pflege und Betreuung imAlter. Gemäß demMotto „Der Mensch im Mittelpunkt“ kümmern sich fächerübergreifende Teams um die Bewohnerinnen und Bewohner –mit Wärme, Herzlichkeit und großer Fürsorge. Großes Augenmerk liegt dabei auf der Förderung eigenverantwortlicher Lebenskompetenz, auf Selbstbestimmung und hoher Lebensqualität. Grundlage dafür ist das in Niederösterreich entwickelte Modell der sogenannten „Personenzentrierung“. Im Mittelpunkt steht stets das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner. Eine unersetzliche und wichtige Säule sind dabei die Ehrenamtlichen in den Pflegezentren, denn ihre Besuche bringen Abwechslung und wichtige Sozialkontakte in den Alltag. Um weitere Freiwillige zu finden, starten wir gerade eine neue Kampagne – und widmen dem Thema einen Beitrag ab Seite 48 in diesemMagazin. Einen gesundenMai wünscht Ihnen UNERSETZLICHE STÜTZE EDITORIAL n KUR, GVA UND REHA-EXTRA 38 Welches Heilverfahren passt zu mir? Wie sich Gesundheitsvorsorge Aktiv, Kur und Reha unterscheiden 40 Raus aus der Erschöpfung! Wann eine psychische Reha Sinn macht 46 Keine Angst vor Bewegung! Warum Bewegung nach einer Operation, einem Unfall oder bei chronischen Schmerzen das wirksamste Medikament ist n LEBENSNAH 47 Tipps & Infos 48 „Ohne sie geht es nicht“ Das Ehrenamt spielt eine wichtige Rolle in Niederösterreichs Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren 50 Post an Kliniken und Pflegezentren Danke sagen Johanna Mikl-Leitner Landeshauptfrau www.gesundundleben.at 05 /23 Gut durch die Wechseljahre 24 20 Dreikampf der besonderen Art
6 von Kopf bis Fuß Sonnenschu UV-Index zeigt Sonnenintensität Die Intensität der UV-Strahlen in Österreich sowie Regionen in Deutschland, Italien und der Schweiz erhebt das Institut für Biomedizinische Physik an der Medizinischen Universität Innsbruck. Die tagesaktuellen Werte der UV-Belastung können hier abgefragt werden: www.uv-index.at
www.gesundundleben.at 05 /23 FOTO: ISTOCK_VERONA_S Das unbeschwerte Lebensgefühl im Sommer ist für viele Menschen mit knackig gebräunter Haut verbunden. Doch ein Zuviel an Sonne kann viele Jahre später große Schäden anrichten. Mit etwas Know-how genießen Sie die Sonne unbeschwert! SONNENSCHUTZ utz ach vielen kalten, grauen Tagen ist die Sehnsucht nach Licht und Wärme groß wie nie zuvor. Mit den ersten Sonnenstrahlen imFrühjahr liegt die Vorfreude auf diewarme Jahreszeit in der Luft. Der Sommer lockt mit luftiger Kleidung, lauen Abenden im Freien und sonnigen Urlaubsdestinationen an See oder am Meer. Sonnenlicht hebt zudem unsere Stimmung, weil es die Ausschüttung von Glückshormonen wie Serotonin anregt. Die Synthese von Vitamin D in der Haut findet unter Einwirkung der UV-B-Strahlung der Sonne statt. Das sogenannte Sonnenvitamin spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit: Es stärkt das Nervensystem sowie das Herz-Kreislauf-System und wirkt sich positiv auf die Knochengesundheit aus. VITAMIN-D-SPEICHER FÜLLEN Besonders ältere Menschen haben häufig einen Vitamin- D-Mangel. Sind Seniorinnen und Senioren pflegebedürftig oder nur eingeschränkt gehfähig, halten sie sich zuwenig oder gar nicht mehr im Freien auf. Zudem verringert sich ab dem 60. Lebensjahr die Fähigkeit zur Vitamin-D-Synthese über die Haut. Studien haben gezeigt, dass ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel bei Seniorinnen und Senioren das Risiko für Stürze und Knochenbrüche reduziert. Forschungsergebnisse deuten weiters darauf hin, dass Vitamin D den Verlauf schwerer Krankheiten wie Multiple Sklerose günstig beeinflussen kann. Um den Vitamin-D-Bedarf zu decken, empfehlen Expertinnen und Experten, Gesicht, Arme undHände inden Sommermonaten täglich (oder zumindest zwei- bis dreimal pro Woche) zirka 15 Minuten der Sonne auszusetzen. N 7 GESUNDHEITSRISIKO SOLARIUM Wenn die Bräune im Winter verblasst, lockt das Solarium, um der Haut die begehrte und optisch ansprechende Brauntönung zu verleihen. Häufig wird die künstliche Sonne auch zur Vorbereitung auf die Sonne genutzt. Doch wie sinnvoll ist das? „Wer meint, Solariumbräune bereite die Haut wirksam auf den Sonnenurlaub vor, hat sich getäuscht. Die künstliche Besonnung erhöht das Gesundheitsrisiko durch zusätzliche Strahlendosen und kann zum Entstehen von Hautkrebs beitragen“, warnt die Österreichische Krebshilfe. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die UVStrahlung aus Solarien als genauso krebserregend wie Tabak oder Asbest ein. Der Unterschied zwischen natürlicher Sonnenstrahlung und dem UV-Licht im Solarium liegt im Verhältnis von UV-A- zu UV-B-Strahlung. Sonnenlicht besteht zu über 90 Prozent aus langwelliger UV-A-Strahlung und hat einen geringen Anteil an kurzwelliger UV-B-Strahlung, die nur die oberste Hautschicht durchdringt. In vielen Solarien werden UV-B-Strahlen herausgefiltert und die UV-AStrahlung verstärkt. Unter der künstlichen Sonne kann die UV-A-Strahlung, die tiefer in die Haut eindringt und für vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung verantwortlich ist, bis zu sechsmal intensiver sein als imSonnenlicht. Die Haut wird dadurch schnell und intensiv braun. Ein wirksamer Eigenschutz der Haut wird im Solariumnicht aufgebaut, da die Verdickung der Hornschicht, die vor UVSchäden schützt, nur durch UV-B-Strahlen entsteht, die in Solarien häufig fehlen. Wer zudem glaubt, in der Sonnenbank seinenVitamin-D-Speicher auffüllen zu können, irrt: Die UV-A-Strahlung regt die Bildung von Vitamin D nicht an. VORBEREITUNG AUF DIE SONNE Wenn eine Reise in den sonnigen Süden ansteht, ist die Vorfreude auf Sonne, Strand und Meer meist groß. AmUrlaubsort angekommen, wird die Intensität der Sonne aber häufig unterschätzt. Wer sich mit winterblasser Haut sofort einer hohen UVBelastung aussetzt, riskiert einen Sonnenbrand. Vor allem hellhäutige und sonnenempfindliche Menschen sollten die ersten Tage im Schatten verbringen. Ambesten ist es, die Haut schon zu Hause langsaman die Sonne zu gewöhnen. So können die Besonnungszeiten beimSpazierengehen,Wandern oder anderen Aktivitäten immer mehr gesteigert werden. Die Fähigkeit der Haut, sich vor Sonnenstrahlen zu schützen, sollte aber nicht überschätzt werden. Wie Untersuchungen zeigen, steigt der Eigenschutz der Haut selbst nach mehrwöchigen Gewöhnungsphasen nur geringfügig an. Selbst dunkle Hauttypen sollten im Urlaub keinesfalls auf Sonnenschutzmittel verzichten, um keinen Sonnenbrand zu entwickeln.
8 Mit strahlenden Augen durch die Allergiezeit Azela-Vision® Die schnelle Lösung Ohne Konservierungsmittel Tipps & Infos für Pollenallergiker auf OmniVision.at/Allergie Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker. OmniVision GmbH • Anton Anderer Platz 6 • 1210 Wien • info@omnivision.at • Wirkt in wenigen Minuten • Langanhaltend für bis zu 12 Stunden • Rezeptfrei und preiswert in der Apotheke Azela-Vision® AT_Anz_89,5x122_Gesund_und_Leben_Azela_Vision_230131_y.indd 1 31.01.23 18:47 Basalzellen in der Oberhaut den Hautfarbstoff Melanin. Das Hautpigment hat eine photoprotektive Wirkung: Es schützt die tiefer liegenden Hautschichten, indem es unter anderem ultraviolette Strahlung absorbiert, reflektiert und streut. Jede Bräunung der Haut bedeutet aber auch eine Schädigung des Erbguts der Hautzellen. Die geschädigten Hautzellen können Jahrzehnte später Hautkrebs auslösen. Vorbeugend ist es ratsam, die UV-Belastungen möglichst gering zu halten. Ein weiterer Schutzmechanismus der Haut ist die sogenannte Lichtschwiele: Die Einwirkung von Sonnenlicht führt zu einer stärkeren Zellteilung, durch die sich die obersteHautschicht (Hornschicht) verdickt. Dieser Prozess wird als Lichtschwiele bezeichnet. Je dicker die Hornschicht ist, desto mehr kann sie Sonnenstrahlen filtern, streuen und reflektieren. Wenn die Sonnenstrahlung nachlässt, bildet sich die Lichtschwiele wieder zurück. So löst sich nach der Rückkehr aus dem Urlaub die Hornschicht an den Stellen, die der Sonne am stärksten ausgesetzt waren, schuppig ab. SCHUTZMASSNAHMEN ERGREIFEN Dünklere Hauttypen sind durch ihren höheren Melaninanteil besser vor UV-Strahlung geschützt. Hellhäutige Menschen mit hellen Augen und blonden oder rötlichen Haaren haben ein deutlich höheres Hautkrebsrisiko. In der Sonne sollte dieser Hauttyp besonders vorsichtig sein: Schutzmaßnahmen wie Sonnenbrillen, Kappen, dichter gewebte Kleidung oder spezielle Textilien mit UV-Schutz und Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sind ein Muss. Hellhäutige können sich nur etwa fünf bis zehn Minuten ohne Schutz in der Sonne aufhalten, während bei dunklen Hauttypen die Eigenschutzzeit bis zu 90 Minuten betragen kann. Die Multiplikation der Eigenschutzzeit mit demLichtschutzfaktor ergibt die ungefähre Zeit, in der man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu entwickeln. Ärzte und Ärztinnen raten, die Cremes sorgfältig und gleichmäßig auf der Haut aufzutragen, damit sich die Schutzwirkung entfaltet. Bei Verwendung einer zu geringen Menge wird der Lichtschutzfaktor des Produkts nicht erreicht. Vielfach wird den Vitaminen des ACE-Komplexes eine schützende Wirkung vor Sonne zugeschrieben. Der Verzehr bestimmter Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel wird häufig als natürlicher Lichtschutz oder zur Vorbeugung von Hautalterungsprozessen diskutiert. Aufgrund von Studienergebnissen wird lichtempfindlichen Menschen etwa geraten, Carotinoid-Präparate einzunehmen, um sich auf Aufenthalte in sonnigen Ländern vorzubereiten und der UV-bedingten Hautalterung entgegenzuwirken. „Dass die Haut durch die Aufnahme von Betacarotin einen wirksamen natürlichen Schutzschirm gegen schädliche UV-Sonneneinstrahlung aufbaut, ist wissenschaftlich nicht ausreichend erwiesen. Die Wirksamkeit, die in wenigen Studien gezeigt wurde, erfordert eine hohe Dosis, die gesundheitlich nicht unbedenklich wäre. Somit können Betacarotin Produkte das Eincremen mit einem Sonnenschutzmittel mit geeignetem Lichtschutzfaktor nicht ersetzen, sondern allenfalls ergänzen“, erläutert Dr. Christine Messeritsch-Fanta, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten inMödling. SCHUTZMECHANISMEN DER HAUT Die Haut besitzt natürliche Mechanismen, um sich vor Schäden durch zu viel UV-Licht zu schützen. Ein wichtiger Schutz ist die Bräunung der Haut, die auf das Hautpigment Melanin zurückgeht. Unter Einwirkung von UVLicht, vor allem von UV-B-Strahlen, produzieren die SONNENSCHUTZ Sonnenlicht besteht zu über 90 Prozent aus langwelliger UV-A-Strahlung und hat einen geringeren Anteil an kurzwelliger UV-B-Strahlung, die nur die oberste Hautschicht durchdringt. n Dermis (Lederhaut) n Hypodermis (Unterhaut) n Sonnenschutz n Epidermis (Oberhaut)
9 www.gesundundleben.at 05 /23 FOTOS: ISTOCK_PIXDELUXE, _NADEZHDA BURAVLEVA, STEFAN JANKO WERBUNG Empfohlen werden vier Esslöffel Sonnenschutzcreme für den ganzen Körper. Erneutes Nachcremen ist notwendig, weil der Schutzfilm durch Schwitzen oder Abtrocknen verloren geht. Es verlängert aber nicht die anhand des Lichtschutzfaktors und Hauttyps errechnete Besonnungszeit. Bei Strandurlauben ist zu bedenken, dass SandundMeer dieUV-Strahlung verstärken. Selbst unter dem Sonnenschirm kommt es durch die Reflektion des Sonnenlichts aus der Umgebung zu einer höheren UV-Belastung. Sonnenstrahlen können auch krankhafte Reaktionen der Haut hervorrufen: Bilden sich nach ein paar Stunden in der Sonne juckende Rötungen und Bläschen, spricht man von einer Sonnenallergie. Am häufigsten treten die unliebsamen Hautveränderungen am Ausschnitt oder Was sind die ersten Anzeichen von Hautkrebs? Man unterscheidet den schwarzen Hautkrebs, das Melanom vom sogenannten weißen oder hellen Hautkrebs, zu dem das Basaliom und das Plattenepithelkarzinom gehören. Bei veränderten Muttermalen empfiehlt sich die sogenannte ABCD-Regel: Asymmetrie, unregelmässige Begrenzung, Colorierung mit mehreren Farben und zunehmender Durchmesser können Alarmzeichen für einen schwarzen Hautkrebs sein. Der helle Hautkrebs entsteht bevorzugt an den Ohren, demNasenrücken und der Glatze. Das Plattenepithelkarzinom entsteht meist aus einer Vorstufe, der aktinischen Keratose, die sich als roter Fleck mit einer feinen, fest haftenden Schuppung zeigt. Das Basaliom ist oft sehr unscheinbar. Bei nicht heilenden kleinen Wunden oder Krusten sollte man vorsichtig sein. Wie erfolgt die Behandlung? Egal, ob heller oder schwarzer Hautkrebs – für beide gilt: Je früher er erkannt wird, desto einfacher ist die Behandlung und umso besser ist die Aussicht auf Heilung. In erster Linie sollte die Veränderung operativ entfernt werden. Das ist bei kleinen und frühen Formen von Hautkrebs meist ein unkomplizierter Eingriff. Da die Vorstufen des hellen Hautkrebses oft flächenhaft auftreten, können diese auch mit speziellen Cremes bzw. in Kombination mit einer Vereisung oder oberflächlichen Abtragung behandelt werden. Wie beurteilen Sie den Anstieg der Hautkrebsfälle? Für alle Formen des Hautkrebses ist UV-Strahlung ein wesentlicher Risikofaktor. Ursächlich für den Anstieg der Hautkrebsfälle ist unter anderem das veränderte Freizeitverhalten mit intensivem Sonnenbaden und Solariumbesuchen. Der helle Hautkrebs tritt meist im fortgeschrittenen Alter auf und zeigt einen direkten Zusammenhang zur UV-Gesamtbelastung, der wir während der Lebenszeit ausgesetzt sind. Diese UV-Gesamtbelastung ist auch dadurch erhöht, dass wir immer älter werden und dass es durch den Klimawandel mehr Sonnentage gibt. BeimMelanom spielt kurze, extreme Sonnenbelastung eine Rolle. Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Risiko, an einemMelanom zu erkranken. Die beste vorbeugende Maßnahme ist das Vermeiden von Sonnenbränden und dauerhafter intensiver Sonneneinstrahlung. n „Sonnenbrände und intensive Sonnenstrahlung vermeiden“ Dr. Christine Messeritsch-Fanta, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Mödling Sand und Meer können die UV-Strahlung verstärken. Auch unter dem Sonnenschirm muss man sich schützen. Wann waren Sie das letzte Mal bei einer Krebsvorsorgeuntersuchung? Wussten Sie, dass eine möglichst frühe Diagnose für den Krankheitsverlauf underapieerfolg bei Krebs von Vorteil sein kann? Denn wird ein Tumor bereits im Anfangsstadium erkannt, kann dieser auch früher behandelt werden. Leider werden in Österreich viele Krebserkrankungen erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Der regelmäßige Gang zur Vorsorgeuntersuchung wäre daher umso wichtiger. Aber wissen Sie, wie viel eine solche Untersuchung kostet und worauf man achten sollte? Wer, wann und wo bestimmte Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen kann, darüber informiert eine neue Online-Schulung für Patientinnen und Patienten, die in Zusammenarbeit der pharmazeutischen Industrie und der Onlineplattform selpers entstanden ist. Unter dem Titel „Krebs früh erkennen“ werden Fragen rund um die angebotenen Möglichkeiten zur Krebsvorsorge auf den Gebieten Haut, Darm, Lunge, Prostata, Brust und Gynäkologie beantwortet. Der Kurs ist jederzeit und kostenfrei unter folgendem Link abrufbar: https://selpers.com/krebs/ krebsfrueherkennung/ Scannen Sie den folgenden QR-Code und erfahren Sie mehr über Ihre Krebs-Vorsorge. PHARMIG-Präsident Philipp von Lattorff, MBA ■ KOLUMNE © MARION CARNIEL Eine Initiative der LIEBE LESERINNEN UND LESER!
10 an den Armen auf. Als Sonnenallergie werden im allgemeinen Sprachgebrauch mehrere Hauterkrankungen bezeichnet. Die häufigste Form der Sonnenallergie ist die überwiegend durch langwellige UV-A-Strahlen verursachte polymorphe Lichtdermatose. Das höchste Erkrankungsrisiko haben hellhäutige Menschen mit hellen Augen und empfindlicher Haut, die schnell einen Sonnenbrand entwickeln. Wer einer Sonnenallergie vorbeugen will, sollte sich im Schatten aufhalten und in den ersten Urlaubstagen langsam an die Sonne gewöhnen. Empfohlen werden Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren von 50+ und effektivem Schutz vor UV-A-Strahlung. Zur Behandlung werden entzündungshemmende Lotionen und Antihistaminika eingesetzt. Damit die Symptome gut abheilen können, ist es ratsam, jede weitere Sonnenbestrahlung zu vermeiden. HAUTVERÄNDERUNGEN KONTROLLIEREN Noch zu oft werden die Gesundheitsrisiken intensiver Sonnenexposition unterschätzt, warnen Hautärztinnen und -ärzte. Die Zahl der Hautkrebsfälle wächst. Eine der höchstenHautkrebsraten hat der sonnenreiche Kontinent Australien, der eine rund doppelt so hohe UV-Belastung wie Europa aufweist. Zwei von drei Australiern erkranken im Laufe ihres Lebens an Hautkrebs. Der überwiegende Teil davon an weißem Hautkrebs. Eine geringere Zahl geht auf die gefährlichste Form, den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), zurück. In einem frühen Stadium sind die Heilungschancen für weißen und schwarzen Hautkrebs gut. Die Früherkennung spielt eine wichtige Rolle: Dermatologinnen und Dermatologen empfehlen, die Haut regelmäßig von Kopf bis Fuß zu kontrollieren und im Verdachtsfall eine Facharztordination aufzusuchen. Mittlerweile wurden verschiedene Apps (wie die von der Österreichischen Krebshilfe empfohlene App „SkinScreener“) entwickelt, die das Scannen von Hautveränderungen mit dem Smartphone ermöglichen. Besonders ratsam ist es, vorausschauend zu handeln und keinen Sonnenbrand zu riskieren. Häufige Sonnenbrände in der Kindheit oder im Erwachsenenalter, aber auch die Summe der über die Jahre erfolgten Sonnenbäder erhöhen das Risiko, im höheren Lebensalter an Hautkrebs zu erkranken. Vor allem Kinderhaut reagiert empfindlich auf UV-Strahlung, da sich der nötige Eigenschutz noch nicht komplett aufgebaut hat, und sollte gut geschützt werden. Sonnenstrahlen hellen die Stimmung auf und sind erholsam für Körper und Psyche, aber nur ein vernünftiges Maß an UV-Konsum garantiert auch einen gesunden Sonnengenuss. JACQUELINE KACETL n 2. UV-INTENSITÄT BEACHTEN: In Mittelmeerländern, an tropischen Orten oder im Gebirge ist die UV-Intensität viel höher. Die Eigenschutzzeit der Haut ist entsprechend kürzer und Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor sind die beste Wahl. Hellhäutige und sonnenempfindliche Menschen sollten sich in den ersten Urlaubstagen lieber im Schatten aufhalten. Vorsicht am Strand: Wasser und Sand reflektieren die UV-Strahlung. Auch bewölkter Himmel schützt nicht vor Sonnenbrand. 3. GUT EINCREMEN: Den Lichtschutzfaktor der Sonnencreme dem eigenen Hauttyp entsprechend auswählen. Manche Cremes haben eine Einwirkzeit von ca. 20–30 Minuten. Viele Sonnenschutzcremes wirken sofort nach dem Auftragen (siehe Packungsbeschreibung). Ausreichend Creme (für den ganzen Körper Crememenge in der Größe eines Golfballs) verwenden und wiederholt nachcremen. Körperareale wie Rücken, Nacken, Ohren, Hinterseite der Arme und Handrücken nicht vergessen. Sonnencremes mit chemischen Filtern sind aufgrund ihrer schädlichen Auswirkungen auf Gewässer und Fische in die Kritik geraten. Eine Alternative sind mineralische Bio-Sonnencremes ohne Nanopartikel. FOTOS: ISTOCK_PIXDELUXE, _KWANGMOOZAA, _SOUTHTOWNBOY, _ARTMARIE, _JAMIELAWTON, _RAPIDEYE, _VIORIKA, _KIRISA99, _AZURE-DRAGON 1. MITTAGSHITZE MEIDEN: Die UV-Belastung ist zwischen 11 Uhr und 15 Uhr am höchsten. Aktivitäten im Freien wie Gartenarbeit, Spaziergänge, Radfahren oder Jogging lieber auf den Vormittag sowie die Nachmittags- und Abendstunden verlegen. In südlichen Urlaubsländern in dieser Zeit die Sonne meiden, gut beschattete Plätze aufsuchen oder im Hotelzimmer einen Mittagsschlaf halten. Sonnentipps Gesunder Sonnengenuss 100% natürliches Meerwasser & klinisch nachgewiesene Wirksamkeit STÉRIMAR ALLERGIE • 2 in 1 Nasenspray & Spülung zur Reinigung & Entfernung von Allergenen aus der Nasen- schleimhaut • Isotonische Lösung • Klinisch nachgewiesene Wirksamkeit: verhindert Aller- giesymptome wie Niesen, laufende Nase und Juckreiz • Frei von Steroiden, Medikamen- ten oder Konservierungsstoffen • Keine Suchtgefahr, keine Müdigkeit • Für schwangere und stillende Frauen geeignet • Angereichert mit Mangan BESSER ATMEN – BESSER LEBEN! Für mehr Informationen besuchen Sie www.sterimar-at.com * Studie an 60 Erwachsenen, davon 30, die Sterimar täglich 5 Monate neben der Standardbehandlung anwenden (M. Grasso et al., 2018). Medizinprodukt. Bitte lesen Sie die Anweisungen vor Gebrauch sorgfältig durch. REDUZIERT ALLERGIESCHÜBE UM 42%*
11 www.gesundundleben.at 05 /23 6. SPEZIELLE TEXTILIEN: Geeignete Kleidung bietet einen guten Sonnenschutz. Dunkle und dicht gewebte Stoffe wie Polyester oder Jeansstoffe lassen weniger UV-Strahlung durch als leicht gewebte Baumwollstoffe, Leinen oder Viskose. UV-Schutzkleidung eignet sich für die Arbeit im Freien oder für sportliche Aktivitäten. Der Grad ihres Schutzes bemisst sich nach dem Schutzfaktor Ultraviolet Protection Factor (UPF). Ergänzend Sonnenhüte oder Kappen tragen. Sonnenschirme können die UV-Strahlung bis ca. 90 Prozent verringern. 4. KINDER SCHÜTZEN: Babys und Kleinkinder haben eine besonders empfindliche Haut. Der UV-Eigenschutz hat sich bei Kinderhaut noch nicht vollständig entwickelt. Direkte Sonnenstrahlung sowie Überhitzung vermeiden und einen schattigen Platz suchen. Die Verwendung von Sonnencreme wird für Babys unter einem Jahr nicht empfohlen. Kleinkinder mit Kappen, Hüten, bodenlanger Kleidung sowie Sonnenschutzmitteln und Sonnenbrillen schützen. 7. AUGEN ABSCHIRMEN: UV-B-Strahlen können die Hornhaut und die Netzhaut der Augen schädigen. Jahrzehntelange UV-B-Belastung kann eine Linsentrübung hervorrufen und zu starkem Sehverlust führen. Auf keinen Fall direkt in die Sonne schauen, um Schäden der Netzhaut zu vermeiden. Die richtige Sonnenbrille schützt: Größere Gläser schirmen die Augen besser vor seitlich einfallendem UV-Licht ab. Beim Kauf auf die Kennzeichnungen „UV-400“, „100 Prozent UV“ und das CE-Zeichen achten, die guten UV-Schutz garantieren. 5. VORSICHT BEI OUTDOOR-ARBEIT: Wer aus beruflichen Gründen in der Sonne arbeiten muss, ist einer besonders hohen UV-Belastung ausgesetzt. OutdoorArbeitern wird zur Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit sehr hohem Schutzfaktor und zu spezieller Arbeitskleidung mit UVSchutz, UV-Schutzbrillen und Kopfbedeckungen geraten. Bei Menschen, die berufsmäßig viel Zeit im Auto verbringen, treten häufig einseitige Hautschäden an den sonnenexponierten Stellen auf. Besser langärmelige Hemden tragen und Sonnenschutzcreme verwenden. twardy.de Sommer, Sonne, Sonnenschein! Erhältlich nur in Ihrer Apotheke ✔ Carotin kombiniert mit Betacarotin, Pantothensäure und Biotin ✔ Betacarotin wird im Körper bedarfsabhängig in Vitamin A umgewandelt ✔ Vitamin A und Biotin sind wichtig für eine gesunde Haut ✔ Pantothensäure für Stoffwechsel, Haut und Haar ✔ gluten- und laktosefrei, vegan 60 Tabletten: PZN 5642559, empf. AVP: 9,30 € • 240 Tabletten: PZN 5642565, empf. AVP: 29,40 €
12 & ZAHLEN LEBENSMITTELABFALL IN ÖSTERREICH: 900.000 Tonnen WEGWERFRATE GLOBAL: rund 1,3 Mrd. Tonnen FAKTEN BIS ZURBLATT VOM Die Vereinten Nationen (UN) haben sich die Reduktion von Lebensmittelverschwendung zum Ziel gemacht. 50 Prozent der vermeidbaren Lebensmittelabfälle sollen in Österreich bis 2030 reduziert werden. ZIEL: 1. PLATZ: Brot 3. PLATZ: Tierische Lebensmittel 2. PLATZ: Obst & Gemüse RANKING DER LEBENSMITTELABFÄLLE: WURZEL
13 www.gesundundleben.at 05 /23 FOTOS: ISTOCK_NADEZHDA BURAVLEVA, _TETIANA LAZUNOVA, _EKAVECTOR, _KNAPE, BEIGESTELLT QUELLE: LEAF TO ROOT – MIT STUMPF & STIEL – TANTE FANNY So viele Anteile wie möglich von Lebensmitteln verwerten – das ist der Sinn des „Leaf-to-Root“-Ansatzes. öglichkeiten, unser Ernährungsverhalten nachhaltiger zu gestalten, gibt es reichlich: saisonales Obst und Gemüse einkaufen, auf regionale Hersteller setzen und darauf achten, dass die Produkte einen möglichst geringen Verarbeitungsgrad aufweisen. Doch noch etwas anderes ist wichtig, wenn es darum geht, ökologisch nachhaltig zu essen: Die Rede ist vom „Leaf-to-Root“ oder „Noseto-Tail“-Ansatz, bei welchem der Fokus auf der ganzheitlichen Verwertung von Lebensmitteln liegt. Konkret geht es darum, dieWertschätzung für Lebensmittel zu steigern und dafür zu sorgen, dass so wenig wie möglich imMüll landet. „Vor wenigenGenerationenwar es vor allem im ländlichen Raum noch selbstverständlich, so viele Anteile wie möglich von Lebensmitteln zu verwenden. Doch mit steigendem Wohlstand ist die Wertschätzung und vor allem das Wissen um die ganzheitliche Zubereitung verloren gegangen“, erläutert Katharina Steingassner, BSc, „Tut gut!“-Ernährungsexpertin. Dies spiegelt sich auch in der Statistik wider: Rund zwei Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel landen aktuell im Müll, in Industrienationen sogar jedes zweite Nahrungsmittel. Den größten Anteil davon machen Privathaushalte aus. BEWUSSTSEIN SCHAFFEN Insbesondere die 50+-Jährigen, so Steingassner, setzen jetzt schon einige Schritte, um weniger Lebensmittelwegzuwerfen. Sonimmt beispielsweise der Trend zum Haltbarmachen und Einfrieren zu. Dennoch gibt es noch viel Potenzial nach oben: „Besonders häufig kommt es vor, dass eigentlich noch verzehrbare Lebensmittel wie Joghurt aufgrund des überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt werden. Und: In vielen Fällen werden nur bestimmte Teile des Nahrungsmittels zur Weiterverarbeitung genutzt, während der ebenfalls verzehrbare Rest, beispielsweise Apfel- oder Kartoffelschalten oder der Strunk von den Brokkoli im Müll landen“, sagt Steingassner. Dabei hätte es durchaus Vorteile, neue Teile der Nahrungsmittel zu entdecken: Blätter, Stiele, Strünke und Wurzeln lassen sich vielfältig verarbeiten, bieten ungewohnte RADIESCHENBLÄTTERCREMESUPPE Zutaten: 400 g Radieschen (mit Blättern), 350 g Erdäpfel, 2–3 Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Rapsöl (oder Sonnenblumenöl, Butter), 800 ml Gemüsesuppe, 80 g Crème fraîche (oder pflanzliche Alternative), Salz, Pfeffer, Muskat Zubereitung: Radieschen mit Blättern waschen und grob würfeln. Erdäpfel schälen und grob würfeln; Knoblauch pressen oder klein schneiden. Zwiebeln würfeln und in Öl andünsten, bis sie glasig sind. Erdäpfel, Knoblauch und Radieschen beimengen und kurz mitdünsten. Mit der Gemüsesuppe aufgießen, kurz aufkochen und dann 20 min. köcheln lassen. Die Suppe pürieren, abschmecken (mit Salz, Pfeffer und Muskat) und Crème fraîche unterrühren. Durch die Radieschen und die Blätter ist die Suppe von Natur aus würzig und braucht nicht viel Salz. VERSCHWENDUNG M
14 FOTOS: ISTOCK_KATYENKA, _MINADEZHDA, _DIMITRIS66, PHILIPP MONIHART VERSCHWENDUNG sagt Steingassner: „Hier sollte das ‚Zu verbrauchen bis‘-Datumnicht überschritten werden.“ Letztlich gilt: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, Lebensmittel zu verwerten. Aus altem Brot oder Semmeln lassen sich beispielsweise Knödel oder ein köstlicher Scheiterhaufen (siehe Rezept S. 14) zubereiten. Blätter, Wurzeln und Stiele schmecken hervorragend in selbstgemachten Pestos oder Suppen. Probieren Sie es aus – Genuss geht auch ganz ohne Verschwendung! MICHAELA NEUBAUER n Geschmackserlebnisse und sind auch äußerst gesund. So zahlt es sich beispielsweise aus, bestimmtes Gemüse und Obst nicht zu schälen, denn in der Schale stecken die meisten Nährstoffe wie Antioxidantien, Eisen und Magnesium. Zusätzlich beugt man durch abwechslungsreiche Ernährung – was unter anderem beinhaltet, nicht immer die gleichen Teile eines Lebensmittels zu verzehren – Mangelerscheinungen vor. MACHEN SIE DEN TEST! Doch wie kann man der Verschwendung effektiv vorbeugen? Steingassner rät dazu, mit einer Einkaufsliste ausgestattet und nicht hungrig einkaufen zu gehen, um zu vermeiden, dass man mehr kauft, als eigentlich benötigt wird. „Auch Vorkochen ist eine gute Möglichkeit, um frische Lebensmittel schnell zu verwerten und dieMahlzeiten gut portionieren und einfrieren zu können.“ Zusätzlich, betont die Ernährungsexpertin, sollte man sich auch von überschrittenenMindesthaltbarkeitsdaten nicht abschrecken lassen. „Überprüfen Sie das Nahrungsmittel mit allen Sinnen: Sehen Sie Schimmel? Riecht das Produkt ranzig oder sauer? Sind Veränderungen im Geschmack bemerkbar?“ Bei Eiern kann beispielsweise mit einem einfachen Test festgestellt werden, ob sie noch verzehrt werden können: Geben Sie das Ei in einGlasmit Wasser. Bleibt es amBoden, ist es noch genießbar, schwimmt es auf, ist es verdorben. Vorsicht ist wiederum bei Fisch und Fleisch geboten, KAROTTENGRÜNPESTO Zutaten: 2 Bund Karottengrün (Bio), 100 ml Olivenöl, 1–2 Knoblauchzehen, 3 EL Walnüsse/Sonnenblumenkerne/ Haselnüsse (je nach Vorliebe/Verfügbarkeit), Saft einer Zitrone, Salz, Pfeffer Zubereitung: Alle Zutaten in eine Schüssel geben und fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Wunsch noch Käse (Parmesan oder regionalen Käse) hinzufügen. Möglichkeiten zur Verwertung: Obst einkochen (Marmelade, Chutney, Kompott, Mus), dörren, einlegen oder einfrieren (sämtliche Lebensmittel lassen sich einfrieren, auch Milch- und Milchprodukte, Obst und Gemüse) Tipp: Manche Lebensmittel sondern Reifegase (Ethylen) ab. Das hat Auswirkung auf Lebensmittel in der Nähe (z. B. Äpfel, Bananen, Paradeiser, Pilze, Erdäpfel und Gurken getrennt zueinander und zu anderen Lebensmitteln lagern). Lebensmittel machen haltbar Richtige Lagerung: ■ Grundregel: neue Einkäufe hinten lagern ■ Radieschen und Karotten am besten ohne Grün lagern ■ Lebensmittelreste luftdicht aufbewahren oder portioniert ins Gefrierfach ■ Die Speisekammer sollte trocken und dunkel sein, trockene Lebensmittel in Gläser abfüllen, damit diese vor Motten geschützt sind. Optimale Lagerung im Kühlschrank: ■ Oberstes Fach: Käse, Geräuchertes, Einmachgläser (hier ist es weniger kühl und die Lebensmittel können ihr Aroma entfalten) ■ Mittleres Fach: Milchprodukte (außer Käse), Essensreste ■ Unteres Fach: Fleisch, Wurst, Fisch, leicht Verderbliches (kühlster Ort im Kühlschrank) ■ Gemüsefach: Gemüse und Obst ■ Türe: Butter, Saucen, Eier, Säfte – alles, was weniger Kühlung braucht Katharina Steingassner, BSc, „Tut gut!“- Ernährungsexpertin SCHEITERHAUFEN Zutaten: 500 ml Milch, 4 Eier, Prise Salz, altes Brot oder Semmeln, optional: Vanillezucker, Äpfel, Zimt Zubereitung: Alle Zutaten außer dem Brot zu einer Masse verrühren, das Brot in die Masse tunken, in eine befettete Auflaufform schichten (ggf. mit Apfelscheiben dazwischen) und mit der restlichen Eiermilch übergießen – bei 200 Grad Ober- und Unterhitze im vorgeheizten Backrohr ca. 40 Minuten backen – mit Staub- zucker bestreuen, Honig beträufeln oder Kompott dazu genießen.
15 www.gesundundleben.at 05 /23 Falls Marke zur Hand, bitte frankieren! ORF nachlese HUGO PORTISCH GASSE A WIEN NAME / VORNAME STRASSE / NR. PLZ / ORT TELEFON /E MAIL DATUM / UNTERSCHRIFT Bitte Kupon ausfüllen, ausschneiden und einsenden! Die Heftzustellung erfolgt spätestens am 5. Werktag nach dem Erscheinungstermin. Nach Ihrer Bestellung senden wir Ihnen einen Erlagschein. Das Abo verlängert sich zum jeweils gültigen Jahrespreis. Es kann problemlos per Postkarte, E-Mail oder Fax (01 878 78-51 37 43) gekündigt werden. Preis inklusive MwSt. und Porto (gültig im Inland). Wenn die Bestellung nach dem 20. des Monats einlangt, beginnt Ihr Abo erst mit der übernächsten Ausgabe. Druck- und Satzfehler sowie Irrtümer vorbehalten. AER BESSER LEBEN MI T DEM nachlese Ja, ich bestelle ein ORF-nachlese-Abo (1 Jahr/ 12 Ausgaben) zum Top-Preis von € . AKTUELL IM HEFT Jetzt die ORF nachlese abonnieren und Geld sparen! Ihr Vorteils-Abo: Jahr ( Ausgaben) ORF nachlese um nur € ,– Erfüllung der Informationspflichten gem. Art 13 DSGVO: Namen und Kontaktdaten des Verantwortlichen: Österreichischer Rundfunk, Hugo-Portisch-Gasse 1, 1136 Wien; nachlese@orf. at „Die ORF Marketing & Creation GmbH & Co KG“ sowie die „ORF-Kontakt Kundenservice GmbH & Co KG“ verwenden Ihre Daten um Ihre gewünschte Abobestellung vertragskonform abwickeln zu können. Ohne diese Daten kann der Vertrag nicht abgeschlossen werden. Ihre Daten werden wir nur insoweit übermitteln, als dies gesetzlich vorgeschrieben ist, wie zum Beispiel an Steuerbehörden, Rechnungshof, Wirtschaftsprüfer. Wir werden Ihre Daten nur so lange speichern, als Sie Ihr Abo beziehen. Darüber hinaus speichern wir die Daten nur so lange als gesetzliche Aufbewahrungsfristen – insbesondere jene nach dem Steuerrecht und dergleichen – dies vorsehen. Ihnen stehen grundsätzlich die Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Datenübertragbarkeit, Widerruf und Widerspruch zu. Wenn Sie glauben, dass die Verarbeitung Ihrer Daten gegen das Datenschutzrecht verstößt oder Ihre datenschutzrechtlichen Ansprüche sonst in einer Weise verletzt worden sind, können Sie sich bei der Aufsichtsbehörde beschweren. In Österreich ist dies die Datenschutzbehörde. Grill-Genuss vom Feinsten. Köstliche Inspirationen für Ihre Party – mit vielen Grill-Tipps! gegenüber dem Einzelheftkauf FOTO: 123RF/FOODANDMORE SYMBOLFOTO 48% sparen Sie
16 Das österreichische Medium „andererseits“ beschäftigt Menschen mit Behinderung. Ihr Blick auf das Leben verändert den Journalismus. Hannas Blick
17 DANKE GESUND & LEBEN ist mit 287.000 Leserinnen und Lesern die der monatlich erscheinenden österreichischen Gesundheitsmagazine. QUELLE: MEDIAANALYSE 2022 NUMMER 1 FRÜHLING MIT ALLEN SINNEN Holen Sie sich jetzt neue Energie und Vitalität aus unserer Natur VORICHT, DIE ZECKEN KOMMEN Schützen Sie sich jetzt vor der gefährlichen FSME GESUND IN DEN WECHSELJAHREN So kommen Sie unbeschwert durch diese Zeit des Wandels HILFE AUS DEM UNTERBEWUSSTEN Abnehmen, Rauchen aufhören, Schlafstörungen: Hypnose hilft www.aekwien.at IN WIEN 05/23, 18. Jahrgang, € 2,40 DAS MAGAZIN DER GESUND LEBEN INNOVATIONEN AUS DERMEDIZIN Krebs, Rheuma, Infektionen: Neueste Medikamente bringen neue Hoffnung für Betroffene DIE ZECKEN KOMMEN So reduzieren Sie Ihr Borreliose-Risiko VOM BLATT ZUR WURZEL Mit dem „Leaf-to-Root“-Ansatz gegen Lebensmittelverschwendung IMMER GUT TEMPERIERT Wie sich die Körpertemperatur auf unsere Gesundheit auswirkt KUR, REHA UND GVA-EXTRA Wie sich die Heilverfahren unterscheiden 05 / 23, 18. Jahrgang, € 2,40 GESUND LEBEN NIEDERÖSTERREICH von Kopf bis Fuß f u SCHUTZ SONNEN Die besten Tipps für gesunden Sonnengenuss Hautkrebs erkennen und vorbeugen Gesundheitsrisiko Solarium GLNOE05_GesamtINDD_Stand 1704_ks.indd 1 18.04.23 09:40 LI n r e m g l 05/23, 18. Jahrgang, € 2,40 GESUND LEBEN MIT ALLEN SINNEN F ühlin Da schau her! Wie die Farben des Frühlings glücklich machen Ohren auf! So wirken Naturgeräusche gegen Stress Die Natur schenkt uns jetzt Energie und Vitalität NEUE MEDIKAMENTE, NEUE HOFFNUNG Krebs, Rheuma, Infektionen: Völlig neue Wirkstoffe bringen Fortschritte VORICHT, DIE ZECKEN KOMMEN Schützen Sie sich jetzt vor der gefährlichen FSME GESUND IN DEN WECHSELJAHREN So kommen Sie unbeschwert durch diese Zeit des Wandels HILFE AUS DEM UNTERBEWUSSTEN Abnehmen, Rauchen aufhören, Schlafstörungen: Hypnose hilft IN ÖSTERREICH www.gesundundleben.at www.gesundundleben.at 05 /23 arathon, Fleisch und Salat stehen auf der Liste. Aber auch Sex, Vergewaltigung und Drogen. Hannas Ideen füllen drei Seiten in ihrem Block. Die 26-Jährige schreibt gerne über ganz unterschiedliche Themen. Hanna Gugler ist Autorin beim österreichischen Medium „andererseits“. Und sie hat Down-Syndrom. MIT UND OHNE BEHINDERUNG Vor zwei Jahren startet „andererseits“ als „ehrenamtliches Experiment“. Sechs freiberufliche Journalistinnen und Journalisten und Menschen mit Behinderung finden sich zusammen und starten das Projekt zunächst unbezahlt in ihrer Freizeit. Unter ihnen befindet sichHanna Gugler. Die junge Frau aus Ardagger im Mostviertel absolvierte vor einigen Jahre ihre Ausbildung zur Verkäuferin in Wien. Als ihr ehemaliger Trainer ihr von „andererseits“ erzählt, entschließt sich die quirlige junge Frau, gemeinsam mit ihrer Freundin Luise mitzumachen. DasMediumentwickelt rasch eine Eigendynamik: „Innerhalb von eineinhalb Jahren ist das Team auf 30 Menschen gewachsen. Dabei haben wir erkannt, dass wirkliche Inklusion Strukturen braucht“, sagt Geschäftsführer Lukas Burnar. Im April 2021 startet „andererseits“ daher ein CrowdFunding. Viele Menschen unterstützen das neue Mediumund auch die Stadt Wien vergibt eine Förderung an das bunte Team. Im vergangenen Jahr wird aus dem Experiment schließlich eine GmbH. „andererseits“ erscheint zur gleichen Zeit erstmals als Magazin. Drei Ziele setzt sich das Team rund um die Geschäftsführer Lukas Burnar und Clara Porák: Inklusive Arbeit, fairen und unabhängigen Journalismus soll das Medium bieten. Das Magazin erscheint digital; wöchentlich gibt es einen großen Beitrag zu lesen. Neben der Autorenschaft gibt es die Co-Autorenschaft und die unterstützende Autorenschaft. Bei Letzterem ist die Autorin bzw. der Autor mit Behinderung federführend am Artikel beteiligt. Der Journalist bzw. die Journalistin ohne Behinderung unterstützt lediglich beim Vorbereiten des Interviews oder beim Tippen. Bei komplexeren Geschichten ist der hauptberufliche Journalist bzw. die Journalistin der Hauptautor. Jeden Donnerstag trifft sich das Team digital zu M INKLUSION FOTOS: DANIELA FÜHRER Hanna Gugler, Autorin beim österreichischen Medium „andererseits“ „Mir ist Ehrlichkeit bei Menschen wichtig. Ich selbst sage immer nur die Wahrheit.“ kauf die Welt
18 derung seien eine große Gruppe, die oft nicht zu Wort kommen, fügt er hinzu. „andererseits“ ist ein öffentliches Gegenbeispiel, das zeigt, was möglich ist. Auch wenn Menschen mit jeglichen Behinderungen mitarbeiten können, liegt der Fokus auf intellektuellen Beeinträchtigungen. Auch die Redakteurinnen und Redakteure ohne Behinderung lernendurch ihreKolleginnenundKollegen viel dazu: „Man ahnt nicht, wie viele Barrieren im Alltag versteckt sind“, meint Burnar. Für einen breiteren öffentlichen Diskurs spielt der Journalismus eine wichtige Rolle. Dass im Team von „andererseits“ auch Redakteurinnen und Redakteure mit Behinderung arbeiten, mache etwas mit dem Journalismus: „Der Fokus und auch die Art des Erzählens ist eine andere.“ Inklusion fehle vor allem in öffentlichen Bereichen wie der Politik, der Wirtschaft und eben dem Journalismus. Letzteres sei ein zentraler Hebel, um das zu ändern, sagt Burnar. Das Medium befindet sich noch am Anfang und wächst – neue Formate entstehen und vor allemdie Leserinnen und Leser stehen im Fokus. Für die Zukunft wünscht sich Lukas Burnar vor allemeines: Dass Menschenmit Behinderung ein Teil der Gesellschaft sind. Und dass wir den Fokus darauf legen, aufeinander zu achten. Informationen: www.andererseits.org DANIELA RITTMANNSBERGER n einer Redaktionssitzung und tauscht sich über die Fortschritte bei den Geschichten aus. Die Autorinnen und Autoren kommen so wie die Leserinnen und Leser aus dem deutschsprachigen Raum. HANNA LIEBT SCHREIBEN Hanna gehört seit zwei Jahren zum Team. Die Mostviertlerin hat bisher unter anderem über ihren Bruder – einen Tierarzt –, Nudelsalat und ihren Freund geschrieben. Und über ihre BubbleTee-Partys, die sie jeden Donnerstag macht. Seit zehn Jahren ist sie mit ihrem Partner, der ebenfalls Down-Syndrom hat, zusammen. Als Nächstes auf ihrer langen Ideenliste steht ein Reisetagebuch über Japan, denn dorthin reist sie bald mit ihren Eltern. Ihren Block nimmt sie überall mit hin. Dass Menschen mit Behinderung durch „andererseits“ die Möglichkeit erhalten, selbst Artikel zu verfassen, findet Hanna gut. Auchmit ihren Kolleginnen und Kollegen versteht sie sich bestens. Hanna hat ihr Leben selbst imGriff: Sie arbeitet inSt. Pölten in einem Bio-Supermarkt. Fest im Blick hat sie dabei das Nudelsortiment, denn die Mostviertlerin liebt Nudeln in allen Varianten. Abseits von ihrem Job schwimmt sie gerne, tanzt Ballett und liebt shoppen. Sie stellt selbst Bubble Tea her und ist gerne kreativ – zeichnend, fotografierend und schreibend. Wichtig ist der 26-Jährigen ihre Familie und ihr „Schatzi“, mit dem sie mittlerweile verlobt ist und die Hochzeit in Spitz an der Donau plant. Und noch etwas: „Mir ist Ehrlichkeit bei Menschen wichtig. Ich selbst sage immer nur die Wahrheit.“ TEIL DER GESELLSCHAFT Durch ihre Dokumentation rund um Spenden an Menschen mit Behinderung wurde „andererseits“ noch bekannter. Über die große Resonanz freut sich Lukas Burnar: „Es ist ein wichtigesThema, das wir da angesprochenhaben.“Menschenmit BehinFOTOS: DANIELA FÜHRER, STEFAN FÜRTBAUER INKLUSION Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten beim österreichischen Medium „andererseits“ Seite an Seite.
19 www.gesundundleben.at 05 /23 SENDEN SIE DAS LOSUNGSWORT BIS 2. MAI 2022 AN Ärzteverlag GmbH; Kennwort: „Kreuzworträtsel 4/22“, Schlagergasse 11/15, 1090 Wien oder per mail an redaktion@gesundundleben.at oder geben sie das Lösungswort unter www.gesundundleben.at/raetselgewinnspiel ein . RÄTSEL Der Rechtsweg und eine Ablöse in bar sind ausgeschlossen. Der/die Gewinner/in wird persönlich verständigt. Es gelten die AGBs und Datenschutzbedingungen des ÄrzteVerlags, abrufbar unter www.gesundundleben.at/datenschutzerklaerung und die Gewinnspielbedingungen des ÄrzteVerlags, abrufbar unter www.gesundundleben.at/ gewinnspielbedingungen. Ich bin damit einverstanden, dass die ÄrzteVerlag GmbH die von mir angegebenen Daten für Informations- und Marketingmaßnahmen sowie Newsletter in Verbindung mit eigenen Produkten, Dienstleistungen sowie Veranstaltungen verwendet und mir zu diesem Zweck Informationen per Telefon, Post, E-Mail, SMS oder Fax, jeweils auch als Massensendung, übermittelt. Darüber hinaus bestätige ich die Richtigkeit meiner Angaben. Mir ist bekannt, dass ich diese Einwilligung jederzeit durch Übersendung eines Schreibens an die ÄrzteVerlag GmbH, 1090 Wien, Währinger Straße 65, Tel.: 01/9611000, office@aerzteverlag.at, widerrufen kann. GESUND LEBEN WERBUNG SENDEN SIE DAS LÖSUNGSWORT MIT IHRER A SCHRIF I 31.05.2023 AN: ÄrzteVerlag GmbH; Kennwort: Kreuzworträtsel 05/23, Währinger Straße 65, 1090 Wien oder per E-Mail an office@gesundundleben.at oder geben Sie das Lösungswort unter www.gesundundleben.at/raetsel-ge innspiel ein. MITMACHEN UND GEWINNEN! JETZT IHR GEHIRN TRAINIEREN Lösen Sie das Rätsel und gewinnen Sie mit etwas Glück ein Paket voller MANI Sommerlieblinge. ZU GEWINNEN GIBT ES DIESMAL: Eines von 3 Sets mit hochwertigen Olivenprodukten und mediterranen Mezes im Wert von rund 70.– EUR. LÖSUNGS WORT - Ja, ich bestelle ein kostenloses Abo von GESUND & LEBEN Vorname Name Adresse PLZ Ort Telefon E-Mail Unterschrift BITTE SENDEN AN: ÄrzteVerlag GmbH, Währinger Straße 65, 1090Wien oder per Fax: 01/96 11 000-66 oder per E-Mail: abo@gesundundleben.at ABONNIEREN SIE JETZT GESUND & LEBEN! KOSTENLOS* * Für Personen, die ihren Wohnsitz in Niederösterreich haben, übernimmt die NÖ Landesgesundheitsagentur die Kosten für das Abonnement. Die Heftzustellung erfolgt spätestens am 5. Werktag nach dem Erscheinungstermin. Druck- und Satzfehler sowie Irrtümer vorbehalten. KWR inserat.indd 3 18.10.22 10:59
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