Gesund & Leben, Mai 2023

18 derung seien eine große Gruppe, die oft nicht zu Wort kommen, fügt er hinzu. „andererseits“ ist ein öffentliches Gegenbeispiel, das zeigt, was möglich ist. Auch wenn Menschen mit jeglichen Behinderungen mitarbeiten können, liegt der Fokus auf intellektuellen Beeinträchtigungen. Auch die Redakteurinnen und Redakteure ohne Behinderung lernendurch ihreKolleginnenundKollegen viel dazu: „Man ahnt nicht, wie viele Barrieren im Alltag versteckt sind“, meint Burnar. Für einen breiteren öffentlichen Diskurs spielt der Journalismus eine wichtige Rolle. Dass im Team von „andererseits“ auch Redakteurinnen und Redakteure mit Behinderung arbeiten, mache etwas mit dem Journalismus: „Der Fokus und auch die Art des Erzählens ist eine andere.“ Inklusion fehle vor allem in öffentlichen Bereichen wie der Politik, der Wirtschaft und eben dem Journalismus. Letzteres sei ein zentraler Hebel, um das zu ändern, sagt Burnar. Das Medium befindet sich noch am Anfang und wächst – neue Formate entstehen und vor allemdie Leserinnen und Leser stehen im Fokus. Für die Zukunft wünscht sich Lukas Burnar vor allemeines: Dass Menschenmit Behinderung ein Teil der Gesellschaft sind. Und dass wir den Fokus darauf legen, aufeinander zu achten. Informationen: www.andererseits.org DANIELA RITTMANNSBERGER n einer Redaktionssitzung und tauscht sich über die Fortschritte bei den Geschichten aus. Die Autorinnen und Autoren kommen so wie die Leserinnen und Leser aus dem deutschsprachigen Raum. HANNA LIEBT SCHREIBEN Hanna gehört seit zwei Jahren zum Team. Die Mostviertlerin hat bisher unter anderem über ihren Bruder – einen Tierarzt –, Nudelsalat und ihren Freund geschrieben. Und über ihre BubbleTee-Partys, die sie jeden Donnerstag macht. Seit zehn Jahren ist sie mit ihrem Partner, der ebenfalls Down-Syndrom hat, zusammen. Als Nächstes auf ihrer langen Ideenliste steht ein Reisetagebuch über Japan, denn dorthin reist sie bald mit ihren Eltern. Ihren Block nimmt sie überall mit hin. Dass Menschen mit Behinderung durch „andererseits“ die Möglichkeit erhalten, selbst Artikel zu verfassen, findet Hanna gut. Auchmit ihren Kolleginnen und Kollegen versteht sie sich bestens. Hanna hat ihr Leben selbst imGriff: Sie arbeitet inSt. Pölten in einem Bio-Supermarkt. Fest im Blick hat sie dabei das Nudelsortiment, denn die Mostviertlerin liebt Nudeln in allen Varianten. Abseits von ihrem Job schwimmt sie gerne, tanzt Ballett und liebt shoppen. Sie stellt selbst Bubble Tea her und ist gerne kreativ – zeichnend, fotografierend und schreibend. Wichtig ist der 26-Jährigen ihre Familie und ihr „Schatzi“, mit dem sie mittlerweile verlobt ist und die Hochzeit in Spitz an der Donau plant. Und noch etwas: „Mir ist Ehrlichkeit bei Menschen wichtig. Ich selbst sage immer nur die Wahrheit.“ TEIL DER GESELLSCHAFT Durch ihre Dokumentation rund um Spenden an Menschen mit Behinderung wurde „andererseits“ noch bekannter. Über die große Resonanz freut sich Lukas Burnar: „Es ist ein wichtigesThema, das wir da angesprochenhaben.“Menschenmit BehinFOTOS: DANIELA FÜHRER, STEFAN FÜRTBAUER INKLUSION Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten beim österreichischen Medium „andererseits“ Seite an Seite.

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