www.gesundundleben.at 05 /23 FOTO: ISTOCK_VERONA_S Das unbeschwerte Lebensgefühl im Sommer ist für viele Menschen mit knackig gebräunter Haut verbunden. Doch ein Zuviel an Sonne kann viele Jahre später große Schäden anrichten. Mit etwas Know-how genießen Sie die Sonne unbeschwert! SONNENSCHUTZ utz ach vielen kalten, grauen Tagen ist die Sehnsucht nach Licht und Wärme groß wie nie zuvor. Mit den ersten Sonnenstrahlen imFrühjahr liegt die Vorfreude auf diewarme Jahreszeit in der Luft. Der Sommer lockt mit luftiger Kleidung, lauen Abenden im Freien und sonnigen Urlaubsdestinationen an See oder am Meer. Sonnenlicht hebt zudem unsere Stimmung, weil es die Ausschüttung von Glückshormonen wie Serotonin anregt. Die Synthese von Vitamin D in der Haut findet unter Einwirkung der UV-B-Strahlung der Sonne statt. Das sogenannte Sonnenvitamin spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit: Es stärkt das Nervensystem sowie das Herz-Kreislauf-System und wirkt sich positiv auf die Knochengesundheit aus. VITAMIN-D-SPEICHER FÜLLEN Besonders ältere Menschen haben häufig einen Vitamin- D-Mangel. Sind Seniorinnen und Senioren pflegebedürftig oder nur eingeschränkt gehfähig, halten sie sich zuwenig oder gar nicht mehr im Freien auf. Zudem verringert sich ab dem 60. Lebensjahr die Fähigkeit zur Vitamin-D-Synthese über die Haut. Studien haben gezeigt, dass ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel bei Seniorinnen und Senioren das Risiko für Stürze und Knochenbrüche reduziert. Forschungsergebnisse deuten weiters darauf hin, dass Vitamin D den Verlauf schwerer Krankheiten wie Multiple Sklerose günstig beeinflussen kann. Um den Vitamin-D-Bedarf zu decken, empfehlen Expertinnen und Experten, Gesicht, Arme undHände inden Sommermonaten täglich (oder zumindest zwei- bis dreimal pro Woche) zirka 15 Minuten der Sonne auszusetzen. N 7 GESUNDHEITSRISIKO SOLARIUM Wenn die Bräune im Winter verblasst, lockt das Solarium, um der Haut die begehrte und optisch ansprechende Brauntönung zu verleihen. Häufig wird die künstliche Sonne auch zur Vorbereitung auf die Sonne genutzt. Doch wie sinnvoll ist das? „Wer meint, Solariumbräune bereite die Haut wirksam auf den Sonnenurlaub vor, hat sich getäuscht. Die künstliche Besonnung erhöht das Gesundheitsrisiko durch zusätzliche Strahlendosen und kann zum Entstehen von Hautkrebs beitragen“, warnt die Österreichische Krebshilfe. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die UVStrahlung aus Solarien als genauso krebserregend wie Tabak oder Asbest ein. Der Unterschied zwischen natürlicher Sonnenstrahlung und dem UV-Licht im Solarium liegt im Verhältnis von UV-A- zu UV-B-Strahlung. Sonnenlicht besteht zu über 90 Prozent aus langwelliger UV-A-Strahlung und hat einen geringen Anteil an kurzwelliger UV-B-Strahlung, die nur die oberste Hautschicht durchdringt. In vielen Solarien werden UV-B-Strahlen herausgefiltert und die UV-AStrahlung verstärkt. Unter der künstlichen Sonne kann die UV-A-Strahlung, die tiefer in die Haut eindringt und für vorzeitige Hautalterung und Faltenbildung verantwortlich ist, bis zu sechsmal intensiver sein als imSonnenlicht. Die Haut wird dadurch schnell und intensiv braun. Ein wirksamer Eigenschutz der Haut wird im Solariumnicht aufgebaut, da die Verdickung der Hornschicht, die vor UVSchäden schützt, nur durch UV-B-Strahlen entsteht, die in Solarien häufig fehlen. Wer zudem glaubt, in der Sonnenbank seinenVitamin-D-Speicher auffüllen zu können, irrt: Die UV-A-Strahlung regt die Bildung von Vitamin D nicht an. VORBEREITUNG AUF DIE SONNE Wenn eine Reise in den sonnigen Süden ansteht, ist die Vorfreude auf Sonne, Strand und Meer meist groß. AmUrlaubsort angekommen, wird die Intensität der Sonne aber häufig unterschätzt. Wer sich mit winterblasser Haut sofort einer hohen UVBelastung aussetzt, riskiert einen Sonnenbrand. Vor allem hellhäutige und sonnenempfindliche Menschen sollten die ersten Tage im Schatten verbringen. Ambesten ist es, die Haut schon zu Hause langsaman die Sonne zu gewöhnen. So können die Besonnungszeiten beimSpazierengehen,Wandern oder anderen Aktivitäten immer mehr gesteigert werden. Die Fähigkeit der Haut, sich vor Sonnenstrahlen zu schützen, sollte aber nicht überschätzt werden. Wie Untersuchungen zeigen, steigt der Eigenschutz der Haut selbst nach mehrwöchigen Gewöhnungsphasen nur geringfügig an. Selbst dunkle Hauttypen sollten im Urlaub keinesfalls auf Sonnenschutzmittel verzichten, um keinen Sonnenbrand zu entwickeln.
RkJQdWJsaXNoZXIy MTk5Njc=