46 FOTOS: ISTOCK_MSAN10, _APPLEUZR, BEIGESTELLT Nach einer Operation, einer Erkrankung oder einem Unfall hilft gezielte Bewegung dabei, den Körper zu stärken und wieder zurück ins Leben zu finden. uf Stillstand folgt ein Neustart: So könnte man die gezielte Bewegung bezeichnen, die nach einem Unfall, einer Operation oder einer längeren krankheitsbedingten Pause folgt. Viele Patientinnen und Patienten sind unsicher, in welcher Form sie ihren Körper wieder belasten dürfen. Dabei gilt allem voran: Keine Angst vor Bewegung. ZEIT ZU HEILEN Nach einem Unfall oder einer Operation ist es wichtig, ärztlich abzuklären, in welchem Umfang körperliche Belastung möglich ist, sagt Prim. Dr. Roland Celoud, S.F.E.B.PRM., MSc, Leiter des Instituts für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin am Landesklinikum Horn. Handelt es sich um eine leichte Verletzung, ist eine ärztliche Empfehlung ausreichend. Wenn die Verletzung schwerwiegend oder die Erkrankung langwierig war, ist es sinnvoll, einige Wochen lang eine Reha zu absolvieren. Während des Aufenthaltes arbeitet das interdisziplinäre Team vor allem am Belastungsaufbau. Wie schnell man beispielsweise nach einer Verletzung wieder Sport betreiben kann, hängt ganz von der betroffenen Stelle ab: Verletzte Muskulatur heilt am schnellsten und ist nach zwei bis sechsWochenwieder verheilt. Bei Knochen dauert es vier bis zwölf Wochen, gerissene Bändern benötigen sechs bis acht Wochen, bis sie wieder verheilt sind. Langwierig wird es bei Sehnen (zwei bis sechs Monate) und Knorpeln (drei bis zwölf Monate). „Diese Heilungszeiten müssen unbedingt eingehalten werden“, sagt Celoud. Ziel der Nachbehandlung von verletzten Bändern & Co ist die vollständige Rückkehr ins Leben vor der Erkrankung. Kehrt man zu früh zurück in die Bewegung, kann das fatale Folgen haben: „Es besteht ein hohes Verletzungsrisiko, wenn man zu früh wieder Sport betreibt. Das sieht man häufig im Leistungssport.“ A Keine Angst vor BEWEGUNG KUREN-EXTRA GEZIELTE PRÄVENTION Auf dem Programm der Rehabilitation steht Bewegung im Rahmen der fünf motorischen Grundeigenschaften: Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination. Diese sollte unter Berücksichtigung ärztlicher Vorgaben sowie unter therapeutischer Anleitung erfolgen. UmVerletzungen oder gewisse Erkrankungen zu vermeiden, ist gezielte Prävention wichtig: „Bewegung ist Leben. Regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining hilft dabei, den Körper gesund, die Gelenke beweglich zu erhalten und kräftige Muskeln zu haben“, sagt der erfahreneMediziner. DieösterreichischeBewegungsempfehlung sieht mindestens 150 Minuten mittlere Anstrengung oder 75 Minuten höhere Anstrengung vor (siehe Grafik). Mit gezielter Bewegung im Alltag ist man gut gerüstet für so manche Herausforderung imLeben. DANIELA RITTMANNSBERGER n Prim. Dr. Roland Celoud, S.F.E.B.PRM., MSc, Leiter des Instituts für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin am Landesklinikum Horn Ausdauerorientierte Bewegung mit mittlerer Anstrengung heißt: Während der Bewegung kann man noch sprechen, aber nicht mehr singen. Ausdauerorientierte Bewegung mit höherer Anstrengung heißt: Während der Bewegung kann man nur mehr ein paar Worte sagen. Übungen sollen alle großen Muskelgruppen kräftigen: Bein-, Hüft-, Brust-, Rücken-, Bauch-, Schulter- und Armmuskeln. pro Woche mindestens 150 Minuten mittlere Anstrengung ODER mindestens 75 Minuten höhere Anstrengung zusätzlich an zwei Tagen muskelkräftigende Übungen Bewegungsempfehlungen für Erwachsene QUELLE: WWW.GESUNDHEITSZIELE-OESTERREICH.AT
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