Gesund & Leben, Mai 2023

13 www.gesundundleben.at 05 /23 FOTOS: ISTOCK_NADEZHDA BURAVLEVA, _TETIANA LAZUNOVA, _EKAVECTOR, _KNAPE, BEIGESTELLT QUELLE: LEAF TO ROOT – MIT STUMPF & STIEL – TANTE FANNY So viele Anteile wie möglich von Lebensmitteln verwerten – das ist der Sinn des „Leaf-to-Root“-Ansatzes. öglichkeiten, unser Ernährungsverhalten nachhaltiger zu gestalten, gibt es reichlich: saisonales Obst und Gemüse einkaufen, auf regionale Hersteller setzen und darauf achten, dass die Produkte einen möglichst geringen Verarbeitungsgrad aufweisen. Doch noch etwas anderes ist wichtig, wenn es darum geht, ökologisch nachhaltig zu essen: Die Rede ist vom „Leaf-to-Root“ oder „Noseto-Tail“-Ansatz, bei welchem der Fokus auf der ganzheitlichen Verwertung von Lebensmitteln liegt. Konkret geht es darum, dieWertschätzung für Lebensmittel zu steigern und dafür zu sorgen, dass so wenig wie möglich imMüll landet. „Vor wenigenGenerationenwar es vor allem im ländlichen Raum noch selbstverständlich, so viele Anteile wie möglich von Lebensmitteln zu verwenden. Doch mit steigendem Wohlstand ist die Wertschätzung und vor allem das Wissen um die ganzheitliche Zubereitung verloren gegangen“, erläutert Katharina Steingassner, BSc, „Tut gut!“-Ernährungsexpertin. Dies spiegelt sich auch in der Statistik wider: Rund zwei Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel landen aktuell im Müll, in Industrienationen sogar jedes zweite Nahrungsmittel. Den größten Anteil davon machen Privathaushalte aus. BEWUSSTSEIN SCHAFFEN Insbesondere die 50+-Jährigen, so Steingassner, setzen jetzt schon einige Schritte, um weniger Lebensmittelwegzuwerfen. Sonimmt beispielsweise der Trend zum Haltbarmachen und Einfrieren zu. Dennoch gibt es noch viel Potenzial nach oben: „Besonders häufig kommt es vor, dass eigentlich noch verzehrbare Lebensmittel wie Joghurt aufgrund des überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatums entsorgt werden. Und: In vielen Fällen werden nur bestimmte Teile des Nahrungsmittels zur Weiterverarbeitung genutzt, während der ebenfalls verzehrbare Rest, beispielsweise Apfel- oder Kartoffelschalten oder der Strunk von den Brokkoli im Müll landen“, sagt Steingassner. Dabei hätte es durchaus Vorteile, neue Teile der Nahrungsmittel zu entdecken: Blätter, Stiele, Strünke und Wurzeln lassen sich vielfältig verarbeiten, bieten ungewohnte RADIESCHENBLÄTTERCREMESUPPE Zutaten: 400 g Radieschen (mit Blättern), 350 g Erdäpfel, 2–3 Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 2 EL Rapsöl (oder Sonnenblumenöl, Butter), 800 ml Gemüsesuppe, 80 g Crème fraîche (oder pflanzliche Alternative), Salz, Pfeffer, Muskat Zubereitung: Radieschen mit Blättern waschen und grob würfeln. Erdäpfel schälen und grob würfeln; Knoblauch pressen oder klein schneiden. Zwiebeln würfeln und in Öl andünsten, bis sie glasig sind. Erdäpfel, Knoblauch und Radieschen beimengen und kurz mitdünsten. Mit der Gemüsesuppe aufgießen, kurz aufkochen und dann 20 min. köcheln lassen. Die Suppe pürieren, abschmecken (mit Salz, Pfeffer und Muskat) und Crème fraîche unterrühren. Durch die Radieschen und die Blätter ist die Suppe von Natur aus würzig und braucht nicht viel Salz. VERSCHWENDUNG M

RkJQdWJsaXNoZXIy MTk5Njc=