Gesund & Leben, Mai 2023

26 schwerden werden oft lieber stillschweigend akzeptiert und alleine bewältigt. Für viele Frauen hat der Übergang von der reproduktiven in die nichtreproduktive Phase einen bitteren Beigeschmack: Sie werden mit dem Dahinschwinden von Jugend, Agilität und Attraktivität verknüpft und sind nicht selten mit dem Gefühl verbunden, die besten Zeiten hinter sich zu haben. Hormonexperte Matthai führt das vor allem auf den negativ gefärbten gesellschaftlichen Blick auf das Altern zurück: „Wir alle erfahren im Laufe des Lebens einen Verlust der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Dieser natürliche Prozess findet in unserer Gesellschaft nur wenig Akzeptanz.“ Zunehmend mehren sich kritische Stimmen unter Ärztinnen und Psychologinnen, die fordern, die Wechseljahre positiver und ausgewogener darzustellen: Das Klimakterium sei ein natürlicher Prozess und keine behandlungsbedürftige Krankheit, die durch den Rückgang der weiblichen Geschlechtshormone hervorgerufen wird. Historisch reicht diese Sichtweise bis in das 19. Jahrhundert zurück. „Negative Ansichten über das reproduktive Altern bei Frauen sind seit Jahrhunderten in der medizinischen Literatur verbreitet. Im 19. Jahrhundert ging man davon aus, dass die Menopause eine nervöse Störung mit vielfältigen körperlichen und psychischen Erscheinungen verursacht“, schreibt Martha Hickey, Professorin für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Melbourne, im British Medical Journal. Anhand der systematischen Überprüfung von Studien über die Einflüsse sozialer und kultureller Faktoren auf das Erleben der Wechseljahre schlussfolgert Hickey, dass Frauen, die negative Erwartungen haben, schlechtere körperliche und emotionale Erfahrungenmachten. Sie wünscht sich mehr „ausgewogene und evidenzbasierte Informationen, die Frauen befähigen, mit den Wechseljahren umzugehen und ihnen Vertrauen in die Bewältigung dieses Lebensabschnitts geben.“ Für einen positiven Umgang mit den Wechseljahren spricht sich auch Gynäkologe Matthai aus: „Ich versuche stets, meine Patientinnen dazu zu motivieren, in dieser Lebensphase mehr auf sich und den Körper zu achten und in sich hineinzuhören. Ein gesunder Lebensstil wird im Wechsel noch bedeutender als zuvor. Und wenn dieser mit einer guten Portion Gelassenheit und Zuversicht verbunden wird, ist die Chance auf eine schöne, beschwerdefreie Zeit sehr groß. Eine weitere wichtige Botschaft lautet: Keine Frau soll sich fürchten. Es gibt für jede Beschwerde eine Lösung!“ JACQUELINE KACETL n FOTO: ISTOCK_ANASTASIA FRISEN In seinem Buch „Meine Sprechstunde. Für Frauen, die mitten im Leben stehen“ wirft Frauenmediziner Dr. Christian Matthai einen ganzheitlichen Blick auf das Thema Frauengesundheit, beleuchtet wichtige Zusammenhänge, bereitet Fachwissen verständlich auf und zeigt Mittel und Wege auf, die Heilung und Hilfe bringen können. Denn schließlich sind der hormonelle Wechsel und das Älterwerden eine vollkommen normale Sache und keine Krankheit. ISBN: 978-3-708808079 n BUCHTIPP Dr. Christian Matthai MEINE SPRECHSTUNDE Wirkt 5–fach bei Reizdarm Wir sanieren richtig! Österreichisches Medizinprodukt: Gebrauchsanweisung beachten. Lindert – Durchfall – Bauchschmerzen – Blähungen – Darmentzündungen Verbessert – Lebensqualität Erhältlich in Ihrer Apotheke Darmbeschwerden im Wechsel? Bei einigen Frauen tritt während der Wechseljahre aufgrund der hormonellen Veränderungen auch ein Reizdarmsyndrom auf, das sich etwa durch Beschwerden wie Verstopfung, Durchfall oder Blähungen äußern kann. WAS HILFT? n Stressreduktion n Essverhalten anpassen, ein Ernährungstagebuch führen und dieses mit einer Gastroenterologin, einem Gastroenterologen besprechen n Probiotika können zeitlich befristet eingesetzt werden, um die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen n Einige Heilkräuter und phytotherapeutische Maßnahmen sind in der Lage, die Verdauung wieder anzukurbeln und Erleichterung zu bringen, beispielsweise eine sanfte Bauchmassagen mit Pfefferminz- und Kümmelöl n Eine Entgiftungskur für den Darm kann dabei helfen, die lästigen Wechseljahrbeschwerden in den Griff zu bekommen – aber bitte nur mit ärztlicher Begleitung!

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