Anwendung eines supportiven Ernährungskonzeptes für Covid-19-Erkrankte am Landesklinikum Hollabrunn

HOLLABRUNN – Im Landesklinikum Hollabrunn erarbeitete ein interdisziplinäres Team ein antivirales Ernährungskonzept – unter Sicherstellung des erforderlichen Energie-, Eiweiß- und Flüssigkeitsbedarfes - für an Covid-19-erkrankte Patientinnen und Patienten.

Zur Covid-19-Prophylaxe und unterstützenden Behandlung nützt die Volksrepublik China traditionsgemäß komplementäre Phytotherapie, Akupunktur, Bewegungs-, und Atemübungen sowie ernährungsphysiologische Maßnahmen, deren symptomlindernde Wirksamkeit in chinesischen Journalen gezeigt wurde.

Auch einige westliche In-vitro-Studien konnten die Anti-SARS-CoV-2-Aktivität von Heilpflanzen wie Süßholzwurzeln, Löwenzahn, Thymian, Salbei etc. sowie von gängigen Nahrungsmitteln wie Sojabohnen, Rettichgewächsen, Senf, Rhabarber etc., die auch in Europa verwendet werden, nachweisen. Gemeinsam erstellten Allgemeinmediziner Dr. Thomas Perkonig, die Diätologinnen Andrea Jäger und Monika Kaiser sowie Küchenchef Michael Kührer basierend darauf ein unterstützendes Ernährungskonzept für Patientinnen und Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind.

Die Zielsetzung war eine Anpassung der TCM-Ernährungs-Richtlinien an unsere gastronomisch-kulturellen Gegebenheiten. Die Sicherstellung der adäquaten Energie- (mind. 27 kcal/kg Körpergewicht/Tag), Eiweiß- (1 g/kg Körpergewicht/Tag), und Flüssigkeitsversorgung der großteils betagten Patientinnen und Patienten machte drastische Diätänderungen aber impraktikabel.

Dennoch konnte beispielsweise durch vermehrte Bereitstellung von Kompotten und Fruchtmusen dem vermehrten Flüssigkeitsbedarf von 100 ml pro 0,1°C bei Fieber (> 38°C) begegnet werden. Die als antimikrobiell, antithrombotisch, immunmodulierend und entzündungshemmend bekannten Senföl-Glycoside (z.B. in Radieschen, Brunnenkresse, Schnittlauch, weißem Rettich, bitteren Blattsalaten wie Rucola, Radicchio und Chicorée) wurden vermehrt in den kompatiblen Kostformen eingesetzt.


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Karin Dörfler
Landesklinikum Hollabrunn
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