Gesund & Leben, November 2022

HUSTEN IST NICHT GLEICH HUSTEN Wie Sie lästigen Husten rasch wieder loswerden JETZT GEHT’S UM MICH! So integrieren Sie Selbstfürsorge in Ihren Alltag Futter für die Seele: Die besten Rezepte für kalte Wintertage Harald und Susanne Stumpfer setzen in Schönbühel an der Donau kulinarische Impulse Gutes Essen, GUTE LAUNE SCHLUSS MIT SCHMERZEN Woher Knieschmerzen kommen und was Sie dagegen tun können BERUFSBILD MIT ZUKUNFT Pflege-Ausbildung auf hohem Niveau im Bildungscampus Mostviertel 11/22, 17. Jahrgang, € 2,40

2 Entgeltliche Einschaltung Was bringt das Entlastungspaket für Pensionistinnen und Pensionisten? Mehr fürs Leben – fair für alle. Österreichs größtes Entlastungspaket mit einem Volumen von 32,7 Milliarden Euro wirkt den aktuellen Entwicklungen entscheidend entgegen und bringt mehr für alle Menschen im Land. Vor allem auch für Pensionistinnen und Pensionisten. Rechnen Sie gleich nach, wieviel es Ihnen persönlich bringt: bmf.gv.at/entlastungsrechner Das Entlastungspaket bringt’s – verschaffen Sie sich mit dem Entlastungsrechner den Überblick: Eine Vielzahl an Maßnahmen für Menschen im Ruhestand Mehr als 32 Milliarden für Österreich zur Abfederung steigender Kosten Der Entlastungsrechner führt zu Ihrer persönlichen Entlastung 2022 Jetzt Entlastung berechnen! bmf.gv.at/entlastungsrechner

www.gesundundleben.at 11/22 n KOLUMNE Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis: Ich finde Kochen total blöd. Verstehen Sie mich nicht falsch, Essen liebe ich. In allen Formen und Variationen. Und zu jeder Jahreszeit: ein frischer Obstteller zum Frühstück, eine wärmende Suppe zuMittag, einAuflauf amAbend. Köstlich! Aber die Zubereitung raubt mir den letzten Nerv, besonders dann, wenn ich etwas Neues ausprobieren will. Ich versuche mich zwar so gut es geht an die Rezepte zu halten, doch letztendlich artet es immer in Chaos aus. Meist, weil ich irgendeine der Zutaten nicht daheim habe und dann improvisiere. Freestyle sozusagen. Letzte Woche wollte ich zum Beispiel Mohnnudeln selbst machen. Eine Katastrophe! Ich weiß nicht, wo der Fehler lag, vielleicht daran, dass ich statt dem glatten Weizenmehl Vollkorn-Dinkelmehl verwendet habe. Die Küche war eine Sauerei, meine Hände komplett mit Teig verklebt, sodass ich drei Anrufe der Kinder verpasst habe, weil ich nicht abheben konnte. Nach einer halben Stunde gab ich es auf, aus dieser Patzerei Nudeln zu formen und ließ einfach Teigklumpen ins heiße Wasser fallen. Mein Mann, der den Anblick und meinen Wutanfall ziemlich amüsant fand, verfiel schnell in lautes Gelächter und schließlich konnte ich nicht mehr anders und stimmte mit ein. Aus Mohnnudeln wurde ein Mohnschmarren – und keiner von uns beiden ließ sich anmerken, dass er wirklich alles andere als gelungenwar – und sattmachte er uns auch nicht. Deshalb zauberte mein Mann aus dem Gemüse, das wir noch daheim hatten, in Windeseile ein köstliches Curry. Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Er ist einfach der bessere Koch. Und es macht ihm auch Spaß, zum Glück! Vermutlich ist das genau der Grund, warum ich ihn geheiratet habe: Weil er Ordnung in mein Chaos bringt. Aber ohne Chaos wäre es ja auch fad. Deshalb probiere ich die Mohnnudeln nächste Woche einfach noch einmal – Übung macht bekanntlich den Meister! Ihre Nina nina@gesundundleben.at Übung macht den Meister 3 FOTOS: ISTOCK_VISUALSPACE, STOCK.ADOBE.COM/SYLVERARTS, BEIGESTELLT Nehmen Sie an einer Umfrage zu den „Tut gut!“-Schrittewegen teil. Die ersten 500 Personen erhalten ein kleines Dankeschön von „Tut gut!“ zugesendet. Scannen Sie den QR-Code oder besuchen Sie die Website www.noetutgut.at/ umfrage. Die Teilnahme ist bis 15. Dezember 2022 möglich. BEWERTEN SIE DIE NÖ SCHRITTEWEGE! Hochsensible Personen (HSP) zeichnen sich durch eine besonders tiefgehende Informationsverarbeitung, eine rasche Reizüberflutung, hohe emotionale Reaktivität sowie durch das genaue Erfassen von Feinheiten aus. Dies hat Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche wie die Wahrnehmung, das Denken, Fühlen und Handeln oder die Persönlichkeitsentwicklung. Oft fühlen sich Betroffene schneller erschöpft, weil sie rascher an ihre Grenzen stoßen als Nicht-Hochsensible. Die Non-Profit-Organisation SAG7 macht es sich seit 2014 zur Aufgabe, hochsensible Menschen im Rahmen von Selbsthilfegruppen nach dem „12-Schritte-Programm“ dabei zu unterstützen, mit ihrer besonderen Reizverarbeitung besser umzugehen. In regelmäßigen Abständen diskutieren renommierte Expertinnen und Experten über die Herausforderungen und Bedürfnisse von HSP. Informationen: www.sag7.com Zuversicht n BUCHTIPP: Hoffnung, Trost und Zuversicht spendet das neue Buch „Menschsein mit allen 7ieben Sinnen“ der „Anonymen Hochsensiblen“. Durch den Mut zur Selbstoffenbarung bieten diese mit ihrer zweiten Publikation Empfehlungen für einen friedensstiftenden Dialog auf Augenhöhe. ISBN: 978-3-99129-647-8. Bestellung: www.buchschmiede.at & Hilfe GESUND & LEBEN verlost gemeinsam mit SAG7 drei Exemplare des Buches „Menschsein mit allen 7ieben Sinnen“. Schicken Sie hierzu ein E-Mail mit Ihrer Anschrift und dem Betreff „7 Sinne“ an redaktion@ gesundundleben.at LEBENSFREUDE: TIPPS & INFOS

4 42 In Schwung kommen Die nächste Ausgabe von GESUND & LEBEN erscheint am 01.12.2022. n LEBENSFREUDE 3 Tipps & Infos 6 Jetzt geht’s um mich! So integrieren Sie Selbstfürsorge in Ihren Alltag 14 Futter für die Seele Die perfekten Wintergerichte sollten gesunde Nährstoffe liefern und gleichzeitig satt und glücklich machen 18 Ein Leben lang verbunden Wie sich Geschwisterbeziehungen gestalten, hängt stark von den Eltern ab 22 „Gemmas an!“ Um Niederösterreicherinnen und Nieder- österreicher zu mehr Bewegung zu motivieren, setzt „Tut gut!“ einen neuen Schwerpunkt 23 Das große GESUND & LEBEN-Rätsel Jetzt miträtseln und gewinnen! 24 10 Minuten Das neue „Tut gut!“-Bewegungsrezept für einen aktiven Büroalltag 26 Knallharte Pistenduelle Der Niederösterreicher Tristan Takats ist an der Skicross-Weltspitze angekommen n LEBENSKRAFT 28 Tipps & Infos 30 Bewegende Fakten Warum ein bequemer und ungesunder Lebensstil ein hohes Diabetes-Risiko birgt 35 Künstliche Intelligenz gegen Krebs Wie intelligente Computerprogramme die Krebstherapie revolutionieren 38 Das Glück liegt im Darm Eine aktuelle Studie zeigt, dass Probiotika die Wirkung von Antidepressiva beeinflussen können Jeden Donnerstag die besten Gesundheitstipps auf Ihrem Computer, Ihrem Laptop oder auf Ihrem Handy erhalten! Der neue GESUND & LEBEN-Newsletter liefert Ihnen Woche für Woche gesunde Impulse für mehr Wohlbefinden: frische, saisonale Rezepte zum Nachkochen, Vorschläge für Trainingseinheiten zwischendurch und spannende neue Fakten aus der Medizin. Melden Sie sich jetzt an unter www.gesundundleben.at/newsletter oder einfach QR-Code scannen. Der Newsletter ist für Sie natürlich gratis! WOCHE FÜR WOCHE MEHR GESUNDHEIT! Der GESUND & LEBENNewsletter ist da! 6 So gelingt Selbstfürsorge Erratum In der Ausgabe 10 von GESUND & LEBEN haben wir eine Teemischung aus Schlüsselblume, Anis und Eibe vorgestellt. Dies ist nicht korrekt. Die Teemischung besteht aus Schlüsselblume, Anis und Eibisch. Wir bedauern den Irrtum.

5 FOTOS: ISTOCK_SKYNESHER (2), _COOLGRAPHIC_FIGUR, BARBARA NIDETZKY, MARKUS HINTZEN LIEBE LESERINNEN UND LESER! Um auf die Herausforderungen unserer Zeit Antworten geben zu können, bedarf es viel neuen Wissens. Dafür benötigen wir geeignete Infrastrukturen, um die Fachkräfte, Forscherinnen und Forscher von morgen ausbilden zu können. In Niederösterreich investieren wir deshalb laufend in wissenschaftliche Einrichtungen und setzen etwa mit der Erweiterung des Bildungscampus Krems Schritte, um die Position der niederösterreichischen Regionen als Ausbildungs- und Forschungshotspots zu stärken. Außerdem haben wir im Oktober den Bildungscampus Mostviertel feierlich eröffnet. Die Gesundheits- und Krankenpflegeschulen Amstetten, Scheibbs undMauer haben am Areal des Landesklinikums Mauer eine neue gemeinsame Heimat gefunden – in vier aufwendig renovierten Jugendstilgebäuden. Die rund 250 Schülerinnen und Schüler werden nun in modern ausgestatteten Schulungsräumen unterrichtet, die den Anforderungen einer neuzeitlichen Pflegeausbildung gerecht werden und somit die pflegerische Versorgung in der Region sichern können. Den neuen Bildungscampus stellen wir Ihnen ab Seite 51 in dieser Ausgabe von GESUND& LEBEN vor. Wir sind überzeugt: Wer in Bildung investiert, investiert in die Zukunft. Doch nicht nur wissenschaftliche Einrichtungen haben in unserem Bundesland einen hohen Stellenwert, sondern auch unsere Kindergärten, Volksschulen, Neue Mittelschulen und Berufsschulen – weshalb es uns in Niederösterreich ein besonders großes Anliegen ist, auch in diesen Bereichen stetig neue Kampagnen, Projekte und Hilfestellungen zu forcieren. Neben all der Fortschritte und Innovationen dürfen wir aber auch unsere regelmäßige Entschleunigung nicht aus den Augen verlieren, denn davon profitieren Körper und Geist gleichermaßen. Deshalb finden Sie ab Seite 06 die besten Tipps, um Selbstfürsorge in Ihr Leben zu integrieren. Nutzen Sie dazu auch die Vielfalt, die Niederösterreich zu bieten hat: Ob Freizeitangebote, köstliche Kulinarik oder Kulturhotspots: Gönnen Sie sich Zeit für sich selbst in unserem schönen Bundesland! Einen gesunden November wünscht Ihnen INVESTITION IN DIE ZUKUNFT EDITORIAL 40 Husten ist nicht gleich Husten Bloß eine Erkältung oder steckt vielleicht mehr dahinter? 42 Wir bringen Sie in Schwung! Nur wenn unser Stoffwechsel gut funktioniert, fühlen wir uns gesund, vital und schön 46 Schluss mit Knieschmerzen! Kniearthrose wird oft lange nicht bemerkt, bis die Schmerzen den Alltag beherrschen n LEBENSNAH 50 Tipps & Infos 51 Alt trifft neu Der Bildungscampus Mostviertel öffnet seine Türen 54 Chance auf den zweiten Blick Die forensische Psychiatrie befasst sich mit der Unterbringung und Behandlung von psychisch kranken Straftätern 58 Post an Kliniken und Pflegezentren Danke sagen Johanna Mikl-Leitner Landeshauptfrau 14 Speisen imWinter 38 Darm im Glück www.gesundundleben.at 11/22

6 Wir sollten uns mehr Zeit für uns selbst nehmen und uns auch einmal etwas gönnen. Selbstfürsorge kann für jeden Menschen anders aussehen. Und das Beste: Sie muss nichts kosten. Jetzt geht’ s um FOTOS: ISTOCK_ SKYNESHER

7 www.gesundundleben.at 11/22 SELBSTFÜRSORGE m mich! nser Alltag wird immer hektischer, lauter und aktiver: Der Kalender strotzt vor Terminen, Kinder, Enkel, Partner oder Haustiere fordern unsere Aufmerksamkeit, der Einkauf muss erledigt, das Haus oder der Garten auf Vordermann gebracht werden. Auf diewichtigste Person in unseremLeben, der wir eigentlich die meiste Zuneigung U

8 entgegenbringen sollten, vergessen wir dabei viel zu oft: auf uns selbst. „Selfcare“ beziehungsweise „Selbstfürsorge“ lauten die Zauberworte der Gegenwart und der Zukunft. Während die einen darunter einen SpaTag, eine Schönheitsanwendung oder ein heißes Schaumbad verstehen, ist es für die anderen eine Sporteinheit, ein Weiterbildungskurs oder ein Spaziergang in der Natur. Vor allem aber sollte Selbstfürsorge eine Erlaubnis an sich selbst sein, dem stressigen Alltag zu entfliehen und auch einmal nichts tun zu müssen, ist Mag. Brigitte Zadrobilek, MBA, Expertin für Stress- und Burnoutprävention, Gesundheitsförderung und Resilienz, überzeugt: „Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit als einen Zustand völligen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. Doch Gesundheit ist ein ständiger Prozess – man muss laufend etwas dafür tun, um diese drei Säulen gut zu bestücken und die Gesundheit zu erhalten. Auch Selbstfürsorge geht in diese Richtung: Sie ist vielfältig und reicht von einer positiven Denkweise über mentale Fitness bis hin zu sozialen Kontakten. Bei Selbstfürsorge geht es aber auch darum, sich selbst zu regulieren und Grenzen zu setzen, wenn man spürt, dass etwas zu viel wird.“ SELBSTFÜRSORGE KENNT KEIN ALTER Selbstfürsorge, so Zadrobilek, ist in jedem Alter und jeder Lebenssituation wichtig: „Ich erlebe schon bei Kindern ein Bedürfnis, den ständigen Druck nach Bespaßung zu reduzieren, sie auch einmal in Ruhe vor sich hin spielen und einfach nur Kind sein zu lassen. Doch auch Erwachsene, Selfcare ist momentan in aller Munde. Was kann man sich darunter vorstellen? Selfcare bedeutet die eigenen Grenzen zu kennen, danach zu leben und die eigene Energie auszuloten. Ziel dabei ist es immer, das eigene Wohlbefinden zu stärken und bei sich zu bleiben. Gerade in der heutigen Zeit, wo wir immer wieder über Veränderungen und Krisen lesen, ist es umso wichtiger, Selfcare ins Leben zu integrieren, sodass man positiver und energiegeladener mit Herausforderungen umgehen kann. Hier spielt die eigene Resilienz, also die eigene Widerstandskraft, eine wesentliche Rolle. Je stürmischer das Außen wird, desto ruhiger sollten wir im Innen sein. Wie profitieren wir sowohl körperlich als auch seelisch und karrieretechnisch von Selfcare? Wir profitieren in vielerlei Hinsicht, doch vor allem mit einer balancierten und positiven Grundeinstellung. Wir starten mit einem anderen Mindset in den Tag und gehen Herausforderungen gelassener an. Das tut auch unserem Körper gut, denn er ist unabdingbar mit unserem Geist verbunden. Spannend ist auch: Je gelassener wir sind und je stärker wir unsere Grenzen kennen und berücksichtigen, desto mehr Energie bleibt uns für die wesentlichen Dinge. Und das wirkt sich zumeist sehr positiv auf unser Lebensglück und auch unsere Karriere aus. Wie lernt man Selbstfürsorge? Selbstfürsorge ist vielfältig und höchst individuell, je nachdem, was gerade zu jemandem persönlich passt. Es ist auch ein Prozess und kann sich immer wieder verändern. Man kann beispielweise durch Tagesroutinen Selbstfürsorge in den Alltag integrieren: Sich morgens eine Stunde Zeit für sich selbst nehmen, um eine Tasse Tee, ein gutes Buch, Yoga oder einfach nur die Ruhe zu genießen. Denken Sie darüber nach, was Ihnen guttut und was Sie Energie kostet. Bei Ersterem sollten Sie im nächsten Schritt überlegen, wann und wie Sie mehr davon in Ihr Leben holen. Bei Zweiterem gilt, es bewusst zu reduzieren. Und dann ist das Wichtigste: der erste Schritt dahin. Bleiben Tanja Zimmermann, Selfcare- und Success-Coach in Wien, www.tanja-zimmermann.at dran! Sie die gerade mitten in der ‚Rushhour‘ des Lebens stecken, weil sie Karriere machen, eine Familie gründen und sich eine Existenz schaffen, brauchen ab und zu Zeit für sich, um ihre Akkus aufzuladen und Erschöpfung oder gar einem Burnout vorzubeugen.“ Dabei spiele auch die Pflege der eigenen Partnerschaft eine Rolle, sagt die SELBSTFÜRSORGE „Selbstfürsorge ist vielfältig und reicht von einer positiven Denkweise über mentale Fitness bis hin zu sozialen Kontakten. Bei Selbstfürsorge geht es aber auch darum, sich selbst zu regulieren und Grenzen zu setzen, wenn man spürt, dass etwas zu viel wird.“ Mag. Brigitte Zadrobilek

9 www.gesundundleben.at 11/22 WERBUNG Was sind toxische Energiefresser? Energiefresser sind all jene Dinge, Aufgaben, Rollen, Orte, Personen, Gegebenheiten, die mehr Energie rauben als schenken. Ähnlich wie bei den sogenannten Energieboostern ist hier jeder individuell. Während der eine beispielsweise große Menschenmassen als Energiefresser empfindet, ist es für jemand anderen ein Energiegeber. Hier kann ich sehr empfehlen, sich selbst zu hinterfragen: Was tut mir nicht gut? Wo fühle ich mich ausgelaugt? Welche Aufgaben kosten mich Energie? Es gibt auch genauso Energiefresser, für die wir uns bewusst entscheiden, weil sie es uns wert sind. Wichtig ist hier, die eigene Grenze auszuloten oder sicherzustellen, dass der Energiefresser irgendwann kleiner wird, wie zum Beispiel eine stressige Arbeitsphase, bei der ein Ende in Sicht ist. Ihre Selfcare-Tipps für den Alltag? Einfach starten. Und am besten nicht mit allem gleichzeitig starten, denn Selfcare hat viele Gesichter. Suchen Sie sich die Dinge aus, die Ihnen guttun und integrieren Sie diese bewusst in den Alltag, beispielsweise mehr bewusste Pausen, eine Morgenroutine, das Schreiben eines Tagebuchs, mehr Bewegung, eine stärkere Selbstreflexion, was die eigenen Gedanken betrifft oder auch das stärkere Einstehen Ihrer Grenzen. Fangen Sie mit einer Sache an und fügen Sie dann Schritt für Schritt hinzu. Setzen Sie sich Zeiten, in denen Sie Selbstfürsorge betreiben wollen, beispielsweise morgens um 07:00 Uhr. Und dann kommt die wichtigste Zutat: das Dranbleiben. n Machen Sie Dinge, die Ihnen guttun, etwa mehr bewusste Pausen, ein Tagebuch schreiben etc. FOTOS: ISTOCK_ PEACEFULLY7_ NORTONRSX; BEIGESTELLT Für Patient :innen ist die Navigation durch das österreichische Gesundheits- und Sozialversicherungssystem alles andere als einfach. Viele Fragen lassen sich mitunter nicht leicht beantworten, etwa: „Welche Therapie ist für mich die richtige?“ oder „Welche Arzneimittel müssen mir von der Krankenkasse bezahlt werden?“ Oder: „Wohin muss ich mich wenden, wenn ich um Pflegeunterstützung ansuchen möchte?“ Es liegt auf der Hand, dass viele überfordert reagieren, wenn sie mit Entscheidungen in gesundheitlichen Fragen konfrontiert sind. Den Durchblick durch dieses Dickicht bietet eine neue Broschüre, die von der Patient :innen-Plattform selpers und Fachleuten aus dem Gesundheitsbereich entwickelt wurde. „Ihr Recht als Patient :in“ begleitet Patient :innen Schritt für Schritt auf dem Weg von Diagnose, Behandlung und Therapie bis in die Zeit danach. Alle wichtigen Fragen rund um das Thema „Patient :innen-Rechte“ werden darin klar, verständlich und praxisbezogen beantwortet – damit Sie eine Sorge weniger haben und sich voll und ganz auf Ihre Genesung konzentrieren können! Scannen Sie den folgenden QR-Code und entdecken Sie Ihre Patient :innen-Rechte auf einen Klick oder besuchen Sie www.selpers.com! PHARMIG-Präsident Philipp von Lattorff, MBA ■ KOLUMNE © MARION CARNIEL Eine Initiative der LIEBE LESERINNEN UND LESER!

10 Expertin: „Gerade Eltern sind gefordert, ihre Kinder ab und zu loszulassen und sie einen Tag zu Großeltern, Patentanten, -onkels oder anderen Familienmitgliedern zu bringen, um sich Zeit für die eigene Beziehung zu gönnen.“ ENTSPANNUNG ZULASSEN Schwierig sei Selbstfürsorge insbesondere für ältere Generationen, weiß Zadrobilek. Eingeprägte Glaubenssätze wie das Schaffen einer Auszeit habe etwas mit Egoismus, Egozentrik oder Faulheit zu tun, lassen sich nur schwer wieder ablegen. „Wenn ich mir etwas nie im Leben erlaubt habe, dann gelingt dies meist auch im Alter nicht. Hier kommen negative innere Antreiber ins Spiel, zumBeispiel ‚Wenn es den anderen gut geht, geht es mir gut‘ oder ‚Zuerst kommen die anderen, dann erst komme ich.‘ Stattdessen sollte man sich bewusst machen, dass es etwas Gutes und Gesundheitsförderndes ist, auf sich selbst zu achten.“ Im Gegensatz dazu schreiben junge Menschen Erholung zwar einen höheren Stellenwert zu, schaffen es jedoch meist nicht, sich in diesen Zeitfenstern von den sozialen Medien zu lösen, warnt die Expertin und betont: „Selbstfürsorge bedeutet auch, für digitale Auszeiten zu sorgen.“ SELBSTFÜRSORGE Wellness & Spa Massage, Sauna, Thermalwasser oder Kneippkur – viele Menschen sehnen sich hin und wieder nach einem Wohlfühlurlaub. Wellness basiert auf Behandlungen, bei Spa liegt der Fokus auf Entspannung. Es dient als Ort der Ruhe und Inspiration. Nicht immer muss ein Wellnessaufenthalt mehrere Tage dauern – viele Thermen oder Spas bieten auch Tagestickets an, mit denen man für ein paar Stunden dem Alltag entfliehen kann. Das Wellnessfeeling lässt sich aber auch leicht in die eigenen vier Wände holen: Zum Beispiel, indem man mit einer Gesichtsmaske, einem heißen Schaumbad und beruhigender Musik den Tag ausklingen lässt. Fitness & Sport Bewegung ist bestens geeignet, umAbstand zumAlltag zu gewinnen und Stress loszulassen. Laut Zukunftsinstitut bringt das Bedürfnis der Menschen,mit sich selbst, ihrem Körper und der Natur wieder stärker in Kontakt zu treten, auch ein neues Bewusstsein für Sport hervor. Die Sportarten der Zukunft sind sogenannte „Resonanzsportarten“, die die Beziehung zwischen Mensch und Welt vertiefen können, beispielsweise Surfen oder Stand-up-Paddling. Doch auch klassische Sportarten wie Laufen, Wandern und Radfahren können zum Resonanzsport werden. Ein Trend, der sich nach Corona immer stärker herauskristallisiert, ist der Sport in Gemeinschaft. Informieren Sie sich, ob es in Ihrer Nähe SelfcareTrends Bestens bewährt: Preisel-Caps D-Mannose Verstärkter Schutz gegen Blasenentzündung Vor über drei Jahren wurde das Preiselbeer-/Cranberry-Sortiment der Caesaro Med durch ein innovatives Produkt mit dem Aktivsto D-Mannose erweitert. Das Zusammenwirken zweier Aktivsto e kann sowohl im Akutfall, das heißt beim Spüren erster Alarmsignale von Vorteil sein, als auch in Fällen, wo der Cranberry-Extrakt allein keine ausreichende Schutzwirkung in der langfristigen Anwendung erreichte. Anforderung von ausführlichen Informationen, persönliche Beratung und Zusendung von Gratis-Kostproben bei Caesaro Med GmbH, Tel.: 0732/677 164, info@caesaro-med.at, www.caesaro-med.at

11 www.gesundundleben.at 11/22 GESUND & LEBEN verlost gemeinsam mit Ravensburger drei „Malen nach Zahlen-Sets“ aus der Serie „Trend quadratisch“. Die Motivlinien sind aufgedruckt und nummeriert und werden mit den fertig gemischten Acrylfarben ausgemalt. So kann man einfach losmalen und im Handumdrehen entsteht ein einzigartiger Wandschmuck. Das Malset enthält alles, was man zum Malen benötigt, inklusive einer Bildaufhängung und Anleitung. Sie möchten an der Verlosung teilnehmen? Dann schicken Sie ein E-Mail mit dem Betreff „Malen nach Zahlen“ und Ihrer Anschrift an redaktion@gesundundleben.at. Einsendeschluss: 30.11.2022 - Bewegung hilft dabei, Abstand zum Alltag zu bekommen und das Gehirn zu entlasten. FOTOS: ISTOCK_ SIRUP_ ANITA_BONITA ein Fitnessstudio gibt, das Gruppenkurse anbietet. Oder nehmen Sie die angebotenen Aktivitäten Ihrer Gemeinde wahr. Seelischer Minimalismus Selfcare bedeutet, mit negativen Gedanken und einem überfordernden Umfeld aufzuräumen. Dazu gehört es auch, einmal auszumisten, um wieder einen freien Blick auf das Wesentliche zu erlangen. Ob Kleiderschrank oder Abstellkammer – weniger ist manchmal mehr. Genügsamkeit, Dankbarkeit und Zufriedenheit sind wichtige Begriffe für einen seelischen Minimalismus: Es tut der Seele gut, nicht immer mehr zu wollen, sondern das zu schätzen, was man bereits hat. Und sich in Zeiten von Krisen und dem Gefühl von Machtlosigkeit auf jene Dinge zu besinnen, die in unserem individuellen Handlungsspielraum liegen. Entlastung fürs Gehirn Ob Puzzle, Kreuzworträtsel oder Malen – das Gehirn fit zu halten wirkt nicht nur geistigem Verfall entgegen, sondern reduziert auch Stress und fördert Entspannung. Immer mehr Menschen entdecken ihre Freude an Pinsel oder Buntstiften, denn durch die Konzentration auf das Ausmalen entsteht innere Ruhe und der Kopf wird, ähnlich wie beim Meditieren, angenehm frei. Mandalas oder Malen nach Zahlen bieten den Vorteil, dass die Vorlage bereits da ist und man somit nichts falsch machen kann. n Machen Sie mit! IRRITIERTE, TROCKENE HAUT? NEURODERMITIS? Vitop forte Reizberuhigende Intensiv-Pflege Vitop forte Pflegecreme 100 ml | PHZ 3388861 Für Sie in Ihrer Apotheke • Kann der Entstehung von Juckreiz und Entzündungen vorbeugen • Beanspruchte Haut kann wirksam beruhigt werden • Regelmäßiges Anwenden kann schubfreie Phasen verlängern • Therapiebegleitende Pflege bei Neurodermitis Teil des Vitop forte Pflege- programms bei Neurodermitis Mit der Kraft aus der Natur Jetzt Vitop forte in der interaktiven 3D-Welt erleben! P&M Cosmetics GmbH & Co. KG Distribution: Medicos Kosmetik GmbH & Co. KG D-48155 Münster | Germany | www.dermasence.at

12 Mag. Brigitte Zadrobilek URLAUBSFEELING IM BÜRO. ENTSPANNUNG UND KLEINE AUSZEITEN FÜR JEDEN TAG. Dieser Taschen-Guide zeigt, wie man mit guter Planung den Stresspegel vor und nach dem Urlaub niedrig hält. Sie erhalten Impulse und Werkzeuge, nicht nur im Urlaub, sondern auch im Job gut für sich zu sorgen und sich die nötige Erholung zu gönnen. Durch Entschleunigung, digitale Entschlackung und die richtigen Feierabend-Strategien schaffen Sie sich so nachhaltig eine gesunde Balance. ISBN: 978-3-648132227 n BUCHTIPP QUELLE: MEDIAANALYSE 2021/22 DANKE GESÜNDER LEBEN 135.000 PROBIOTIKA GEGEN DEPRESSION So unterstützt ein gesunder Darm das psychische Wohlbefinden FIT MIT PHILIPP – IN NUR 17 MINUTEN Machen Sie mit beim Fitness- programm des ORF-Vorturners ESSEN FÜR DIE WINTERSEELE Tipps und wärmende Rezepte für die ganze Familie IMMUNFIT IN DEN HERBST Jetzt das Immunsystem ganz einfach in Schwung bringen www.aekwien.at 11/22, 17. Jahrgang, € 2,40 Zeit MEHR FÜR MICH Egal, ob Ernährung, Bewegung oder neue Alltagsroutinen: So bewältigen Sie dank Selbstfürsorge sämtliche Krisen PROBIOTIKA GEGEN DEPRESSION So unterstützt ein gesunder Darm das psychische Wohlbefinden FIT MIT PHILIPP – IN NUR 17 MINUTEN Machen Sie mit beim Fitness- programm des ORF-Vorturners ESSEN FÜR DIE WINTERSEELE Tipps und wärmende Rezepte für die ganze Familie IMMUNFIT IN DEN HERBST Jetzt das Immunsystem ganz einfach in Schwung bringen 11/22, 17. Jahrgang, € 2,40 Egal, ob Ernährung, Bewegung oder neue Alltagsroutinen: So bewältigen Sie dank Selbstfürsorge sämtliche Krisen Balance MEHR IM LEBEN www.gesundundleben.at HUSTEN IST NICHT GLEICH HUSTEN Wie Sie lästigen Husten rasch wieder loswerden JETZT GEHT’S UM MICH! So integrieren Sie Selbstfürsorge in Ihren Alltag Futter für die Seele: Die besten Rezepte für kalte Wintertage Harald und Susanne Stumpfer setzen in Schönbühel an der Donau kulinarische Impulse Gutes Essen, GUTE LAUNE SCHLUSS MIT SCHMERZEN Woher Knieschmerzen kommen und was Sie dagegen tun können BERUFSBILD MIT ZUKUNFT Pflege-Ausbildung auf hohem Niveau im Bildungscampus Mostviertel 11/22, 17. Jahrgang, € 2,40 01 GLNOE11 Cover_ks.indd 1 18.10.22 10:53 MEDIZIN POPULÄR 194.000 GESUND & LEBEN ist mit 300.000 Leserinnen und Lesern die der monatlich erscheinenden österreichischen Gesundheitsmagazine. NUMMER 1 GL1122.indd 4 19.10.22 16:07 STRESSLEVEL SENKEN Was aber ist nun das Kernziel von Selfcare? Und wie kann diese aussehen? Wichtig ist: Die Auszeit für sich selbst sollte der Entspannung, Stressreduktion und inneren Ruhe dienen. „Hier muss man sich selbst fragen: Wie gut lasse ich Entspannung in meinen Alltag? Lege ich während der Arbeitszeit Mikropausen ein, kann ich am Ende des Tages abschalten oder springenmeine Gedanken? Achte ich auf einen gesunden Schlafrhythmus?“, erklärt Zadrobilek. Das Erlernen einer Entspannungsmethode sei eine guteMöglichkeit, umdas Stresslevel zu senken. Davon profitiert der ganze Körper: Der Muskeltonus nimmt ab, der Blutdruck sinkt und man verbraucht weniger Sauerstoff. Auch Genuss und Verwöhnen sind Schwerpunkte der Selbstfürsorge, sagt die Expertin: „Es ist wichtig, sich regelmäßig etwas zu gönnen. Das können eine Massage oder eine Wellnessanwendung, Kino oder ein Abend mit den besten Freunden sein, doch Selfcare bedeutet nicht unbedingt, dass man dafür Geld ausgeben muss. So kann man sich auch in der Mittagspause in die Sonne auf eine Parkbank setzen, die Augen schließen und die Natur genieMag. Brigitte Zadrobilek, MBA, Expertin für Stress- und Burnoutprävention, Gesundheitsförderung und Resilienz SELBSTFÜRSORGE FOTOS: ISTOCK_ PRIMIPIL_ PEACEFULLY7; BEIGESTELLT N F

13 www.gesundundleben.at 11/22 ßen. Oder am Wochenende mit den Liebsten einen schönen Waldspaziergang unternehmen.“ EIGENLOB STINKT NICHT Ein guter, achtsamer Umgang mit sich selbst spiegelt sich auch in den Gedanken wider: Die individuellen Stärken zu kennen und diese im Leben gut anwenden zu können, eigene Erfolge zu sehen und zu feiern fördert die Resilienz, weiß Zadrobilek: „Ebenso sollte man sich für Fehler nicht selbst geißeln, sondern darin einen Lerneffekt sehen. Eine gute Übung, um sich nicht an den Ärgernissen des Tages aufzuhängen, ist es, abends all das Schöne, das passiert ist, zu reflektieren.“ Eine weitere Säule der Stressprävention ist Bewegung. „Diese sollte man in den Alltag integrieren und nicht erst auf das Wochenende legen, wenn man Zeit hat. Denn Bewegung hilft dabei, das Gehirn zu entlasten“, sagt die Expertin und rät, Sportarten ohne Wettkampfcharakter zu wählen, um keinen zusätzlichen Druck aufzubauen. Egal für welche Art von Selfcare man sich letztendlich entscheidet, am bedeutendsten sei es, dafür aktive Zeitfenster zu schaffen. „Selbstfürsorge darf man nicht dem Zufall überlassen. Auch wenn man nur dreimal pro Woche fixe 30 Minuten Zeit für sich selbst einplant – man schafft damit eine Routine“, so Zadrobilek. MICHAELA NEUBAUER n „Eine gute Übung, um sich nicht an den Ärgernissen des Tages aufzuhängen, ist es, abends all das Schöne, das passiert ist, zu reflektieren.“ Mag. Brigitte Zadrobilek Die staatliche Auszeichnung für familienfreundliche Personalpolitik Wir sind ein familienfreundlicher Arbeitgeber! Beruf und Familie, Arbeit und Privatleben vereinbaren – das ermöglichen wir aus Überzeugung. Unsere Zertifizierung als familienfreundlicher Arbeitgeber und die Auszeichnung als Top-Arbeitgeber – wir zählen zu den 300 besten Arbeitgebern Österreichs – bestätigen unsere Haltung. Darauf sind wir stolz und sehen es als Ansporn, noch besser zu werden. NV ALS ARBEITGEBER. FAMILIENFREUNDLICH. UND TOP. www.nv.at

14 FUTTER für die Seele „Regionale Frische“ ist das Credo von Susanne und Harald Stumpfer, die in ihrem idyllisch am rechten Donauufer der Wachau gelegenen Gasthof mit köstlicher Kulinarik verwöhnen.

15 www.gesundundleben.at 11/22 FOTOS: BARBARA NIDETZKY; ISTOCK_ ZHEKOS; BEIGESTELLT GENUSS ir alle kennen es – das unangenehme Gefühl, hungrig zu sein. Wir sind genervt, gereizt, vielleicht entfährt uns sogar eine patzige Bemerkung in Richtung des Partners oder der Partnerin. Sobald wir uns endlich mit einer warmen Mahlzeit gestärkt haben, ist die schlechte Laune rasch wieder verflogen: Die Stresshormone sinken, wir haben neue Kraft getankt, fühlen uns satt und zufrieden. „Comfort Food“ ist der Begriff, mit dem wir jene Gerichte bezeichnen, die effizient den physiologischen Hunger stillen und gleichzeitig unsere emotionalen Bedürfnisse befriedigen. „Fälschlicherweise werden darunter meist deftige, hochkalorische und ungesunde Speisen verstanden. Einen wahren Energiekick kann man sich aber nur aus gesunder Ernährung holen: Vollwertige, vitamin- und mineralstoffreiche Kost liefert dem Körper alle notwendigen Bausteine für ein funktionierendes Immunsystem“, betont Christa Rameder, MA, Ernährungsexpertin der „Tut gut!“ Gesundheitsvorsorge GmbH. Die Stärkung der Abwehrkräfte ist besonders in den kälteren Monaten des Jahres wichtig, da die geringeren Temperaturen, der Lichtmangel und die oftmals fehlende Bewegung das Risiko für Erkältungskrankheiten erhöhen. „Ob stärkende Suppen, nahrhafte Eintöpfe oder ein warmes Getreidefrühstück – in der kalten Jahreszeit bieten sich Gerichte an, die köstlich schmecken und uns von innen wärmen“, sagt Rameder. GESUNDER START IN DEN TAG Ein optimales Frühstück für die kalte Jahreszeit ist ein Getreide-Porridge: Als Basis eignen sich fast alle Getreidesorten wie Hafer und Dinkel, aber auch Amaranth, Quinoa oder Hirse. „Bei der Flüssigkeit kann man ebenso vielseitig variieren – Wasser, Milch, Pflanzendrinks wie zum Beispiel aus Hafer, Dinkel oder Mandel, und verschiedene Fruchtsäfte lassen das Frühstück abwechslungsreich schmecken“, weiß die Ernährungsexpertin. Um dem Porridge besonders viele Vitamine und Mineralstoffe zu verleihen, wird er mit frischem Obst zubereitet. In der kalten Jahreszeit kann man auf Lagerobst, Tiefkühlbeeren oder Trockenfrüchte wie Feigen, Marillen, Datteln oder Rosinen zurückgreifen. „Aromatische Gewürze verleihen dem Getreidebrei eine besonders wohltuende Note. Verwenden Sie beispielsweise Zimt, Vanille, Kardamom oder Nelken“, empfiehlt Christa Rameder. Getoppt werden kann der Getreidebrei etwa mit gehackten Nüssen, Leinsamen oder Hanfsamen. Christa Rameder, MA, Ernährungsexpertin der „Tut gut!“ Gesundheitsvorsorge GmbH Manchmal braucht es einfach ein köstliches Gericht, um die Laune zu heben. GESUND & LEBEN stellt Ihnen wunderbar simple Wintergerichte vor, die Körper und Seele gleichermaßen verwöhnen. W Zubereitung: Die Bohnen über Nacht einweichen. Den Schinken in kleine Stücke schneiden und in einem Suppentopf in etwas Rapsöl anbraten. Würfelig geschnittene Zwiebel und Wurzelgemüse dazugeben und gut durchrösten. Mit Gemüsebrühe aufgießen. Die abgeseihten Bohnen und nudelig geschnittenen Kohlblätter dazugeben. Den Eintopf kochen lassen, bis die Bohnen und das Gemüse bissfest sind. Eventuell noch Wasser zugeben. Abschließend mit den Gewürzen und Kräutern abschmecken. n BOHNEN-EINTOPF Zutaten: 100 g getrocknete Bohnen, etwas Rapsöl, 50 g Schinken (optional), 1 kleine Zwiebel, 400 g Wurzelgemüse (Karotten, Petersilwurzel, Sellerie usw.), 1/2 l Gemüsebrühe, 100 g Kohlblätter, klein geschnittene Chili nach Geschmack, Salz, Pfeffer, Rosmarin, Majoran

16 FOTOS: BARBARA NIDETZKY GESCHMACKSEXPLOSION Besonders gut geeignet für die Wintermonate sind Gerichte aus Hülsenfrüchten. Bohnen, Linsen oder Erbsen sind kohlenhydratreich und enthalten viel pflanzliches Eiweiß. Zudem sind sie reich an Vitamin B1 (Thiamin), Magnesium, Zink und Eisen. Sie machen satt, lassen sich gut lagern und unglaublich vielseitig zubereiten. Den gewissen Pepp verleihen kann man Speisen mit Kräutern, weiß Christa Rameder: „In der kalten Jahreszeit können Sie auf getrocknete Kräuter zurückgreifen, die – abgepackt in Gläsern, luftdicht verschlossen und an einem dunklen Ort gelagert – bis zu einem Jahr haltbar sind.“ Zum Trocknen eignen sich beispielsweise Rosmarin, Thymian, Oregano, Majoran, Minze, Liebstöckel oder Lavendel. Auch eingefrorene Kräuter wie Dille, Petersilie, Basilikum, Thymian, Melisse und Schnittlauch können verwendet werden. Der wichtigste Tipp der Expertin: „Nehmen Sie sich bei der Zubereitung der GENUSS Mahlzeiten und beim Essen Zeit – das tut Körper und Seele doppelt gut, denn auch die Wertschätzung für die Produkte, die Liebe in der Zubereitung und die (Aus)Zeit, die man sich selbst gönnt, wirken sich positiv und nachhaltig auf die Speisen und das eigene Wohlbefinden aus.“ BODENSTÄNDIGER GENUSS „Regionale Frische“ ist das Credo von Susanne und Harald Stumpfer, die in ihrem idyllisch am rechten Donauufer der Wachau gelegenen Gasthof mit köstlicher Kulinarik verwöhnen. Der Gasthof Stumpfer mit angeschlossenem Campingplatz ist seit 1929 in Familienbesitz, seit 1984 leitet ihn Harald Stumpfer. In der Küche führt Gattin Susanne Regie. Der charmanten Lage ist es jedoch geschuldet, dass das Ehepaar in den letzten Jahrzehnten einige Herausforderungen zu bewältigen hatte: Im August 2002 stand das Hochwasser bis an die Decke der Wirtsstube, was einige Renovierungs- und Sanierungsarbeiten nach sich zog, erzählt Harald Stumpfer. Die Familie ließ sich nicht unterkriegen, investierte in einen neuen Anbau. Heute werden die Gäste in einer gemütlichen Stube oder im Wintergarten empfangen, im Sommer kann auf der lauschigen Terrasse mit Teich und Biotop Platz genommen werden. „Beim Einkauf unserer Zutaten setzen wir auf Regionalität. Wir wollen wissen, wo’s herkommt“, erklärt Harald Stumpfer. So bezieht das Ehepaar zum Beispiel Emmer von einem Bauern aus der unmittelbaren Umgebung. „Seitdem haben wir keinen herkömmlichen Reis mehr auf der Speisekarte“, erzählt der Gastronom. Die meisten Gerichte werden von der klassischen Wirtshausküche inspiriert, bekommen aber in der Küche einen eigenständigen Pfiff. So wird beispielsweise die im Haus geräucherte Entenbrust mit einem Zwiebel-Chutney serviert oder das Karpfenfilet imKürbiskernmantel gebacken. Die Familie Stumpfer profitiert aber auch von der Nähe des Dunkelsteinerwalds, aus dem die Jägerschaft nebenReh, Hirsch und Fasanen auch seltenes Wild wie Mufflons in den Gasthof mitbringt. Doch auch die fleischlose Küche erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit: So sei auch das von Susanne kreierte Gemüsecurry bei den Gästen zu einem Hit geworden. „Ich spiele gern mit Gewürzen, deshalb schmecken unsere Gerichte nie fad. Und wir achten auf gesunde Inhaltsstoffe. Unser Hirse-Käse-Strudel liefert beispielsweise die optimalen Spurenelemente für gesunde Haut, Haare und Nägel“, schmunzelt Susanne Stumpfer. MICHAELA NEUBAUER n Tipps fürs Seelenfutter „Beim Einkauf unserer Zutaten setzen wir auf Regionalität. Wir wollen wissen, wo’s herkommt.“ Harald Stumpfer ■ Obst- und Gemüsesorten sollten saisonal und regional sein. ■ Lagerfähiges Obst und Gemüse liefern viele Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe – sie helfen uns, gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen. ■ Auch Tiefkühlobst oder -gemüse kann verwendet werden. ■ Empfehlenswert sind schonende Zubereitungsarten – wie Dünsten, Dampfgaren oder kurzes Anbraten. ■ Verfeinern Sie Ihre Gerichte ambestenmit Kräutern – in den kalten Monaten des Jahres können Sie auf getrocknete oder tiefgekühlte Kräuter zurückgreifen. ■ Als Nachspeise eignen sich Zubereitungen aus heimischen Obstsorten, wie Äpfel oder Birnen, dazu Nüsse und Trockenfrüchte – wie wär’s mit einem fruchtigen Obstsalat? n

FOTOS: BARBARA NIDETZKY Zubereitung: Belugalinsen nach Packungsanleitung bissfest kochen. Feinwürfelig geschnittene Zwiebel in Rapsöl anschwitzen, mit etwas Curry würzen und kurz durchrösten. Feinwürfelig geschnittenes Wurzelgemüse, Marillensaft und Kokosmilch beigeben, kernig kochen und bei Bedarf mit Maisstärke binden. Mit Salz und Pfeffer würzen und zuletzt die Belugalinsen ins Curry mischen. n LINSENCURRY Zutaten: 500 g Belugalinsen, Rapsöl, 1 Zwiebel, 500 g Wurzelgemüse (Karotten, Petersilwurzel, Sellerie usw.), Curry, ¼ l Marillensaft, ¼ l Kokosmilch, Maisstärke nach Bedarf, Salz, Pfeffer Zubereitung: Die Hirse nach Packungsanleitung im Gemüsefond zubereiten und abkühlen lassen. Würfelig geschnittene Zwiebel in etwas Rapsöl anrösten und die blättrig geschnittenen Champignons kurz mitrösten. Hirse, Käse, Sauerrahm, Eier und die ausgekühlten Champignons verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Kräutern der Saison (oder getrockneten Kräutern) würzen. Strudelblätter mit etwas Butter bestreichen. Die Hirsefülle einstreichen und die gefüllten Strudelblätter einrollen. Den Strudel mit Butter bestreichen und im vorgeheizten Backrohr bei 180 Grad ca. 15 Minuten backen. Tipp: Servieren Sie den Strudel mit Rotkraut und einem Joghurt-Kräuter-Dip. n HIRSE-KÄSE-STRUDEL Zutaten: 250 g Hirse, ca. ½ l Gemüsefond, etwas Rapsöl, 1 Zwiebel, 250 g Champignons, 200 g geriebener Gouda, 3 EL Sauerrahm, 2 Eier, Salz, Pfeffer, Kräuter der Saison, Strudelblätter, etwas Butter STUDIEREN OHNE NEBENJOB. medizin.bundesheer.at MILITÄR-MEDIZINSTUDIUM. JETZT! Hol das Beste aus dir raus. Für dich. Und unser Land.

GESCHWISTER FOTOS: ISTOCK_URBAZON, PRIVAT 18

Die Beziehung zu den eigenen Geschwistern ist unkündbar, manchmal kompliziert und konfliktreich und für viele Menschen eine wertvolle Ressource im Leben. Wie sie sich gestaltet, hängt stark von den Eltern ab. ehmenwir Hänsel undGretel. Schwester und Bruder aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Kein geborgenes Zuhause, von den Eltern imWald ausgesetzt, eingesperrt im Pfefferkuchenhaus. Was sie rettet? Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel, allen Widrigkeiten zum Trotz. Und reagieren damit so, wie es Geschwister häufig tun, wenn sie von denen im Stich gelassen werden, die sich eigentlich um sie kümmern sollten. So zeigen es wissenschaftliche Untersuchungen: „Wenn Eltern ihre Kinder vernachlässigen, führt das sehr oft dazu, dass sich die Kinder gegenseitig unterstützen und einander sehr nahestehen“, sagt der Erziehungswissenschafter und Geschwisterforscher Stephan Sting. Auch in weniger dramatischen Lebenslagen lasse sich Ähnliches beobachten, etwa dann, wenn Eltern sich trennen: Es komme zwar vor, dass sich ein Kind mit einem Elternteil verbündet, das andere mit dem anderen. Viel häufiger sei allerdings, dass sich die Geschwister zusammentun und die fehlende Aufmerksamkeit der Eltern kompensieren. N TRAINING FÜR SOZIALE KOMPETENZEN Lange hat man sich in der Forschung auf die Vorteile des Einzelkind-Daseins konzentriert, sagt Stephan Sting. Lebt es sich als Einzelkind tatsächlich besser, weil man die gesamte elterliche Aufmerksamkeit genießt und sich mit niemandem um das letzte Stück Kuchen streiten muss? „Auch wenn Geschwisterbeziehungen durchaus ambivalent wahrgenommen werden, geht man prinzipiell davon aus, dass sie eine Ressource darstellen.“ Gleichzeitig sei wahr: „Geschwisterbeziehungen sind die konfliktreichsten Beziehungen überhaupt. Sie sind deswegen aber auch ein Trainingsfeld für soziale Kompetenzen.“ Seine Geschwister kann man sich – anders als die Freunde – nicht aussuchen. „Geschwisterbeziehungen sind nicht freiwillig, auch nicht kündbar“, sagt Sting. „Selbst Geschwister, die sich auseinanderleben oder den Kontakt abbrechen, kommen oft irgendwann doch wieder zusammen, etwa wenn die Eltern krank werden oder sterben.“ INTENSIVERE BEZIEHUNG Im Laufe des Lebens wird die Beziehung zu den eigenen Geschwistern mal mehr, mal weniger intensiv gelebt. Als Kinder interagieren sie stark miteinander, als Jugendliche gehen sie häufig Stephan Sting, Erziehungswissenschafter und Geschwisterforscher lang Leben Ein verbunden www.gesundundleben.at 11/22 19

20 FOTOS: ISTOCK_MSTUDIOIMAGES, _ALEKSANDAR NAKIC, _STOCKPLANETS, _PIJAMA61, BEIGESTELLT Was tun bei Geschwisterstreit? Ständige Querelen, Sticheleien und sogar Handgreiflichkeiten zwischen Geschwistern können die Nerven von Eltern enorm strapazieren. Zu wissen, wie man mit Geschwisterstreitigkeiten umgeht, kann helfen, diese zu reduzieren. verschiedene Wege, weil die Peergroup für den Einzelnen an Bedeutung gewinnt. In der Phase der eigenen Familiengründung rückt die Beziehung zu den Geschwistern weiter in den Hintergrund, um im späteren Erwachsenenalter wieder intensiver zu werden. Wie gut Geschwister miteinander auskommen, hänge einerseits von ihrer Persönlichkeit ab, zu einem großen Teil aber auch davon, wie ihre Elternmit ihnenumgehen, sagtStephanSting. „Eine zentrale Rolle spielt, ob sich ein Kind im Vergleich zu seinen Geschwistern von den Eltern benachteiligt fühlt oder nicht. Das Gefühl der Ungleichbehandlung hat gravierende Konsequenzen auf die eigene Entwicklung, und auch auf die Geschwisterbeziehung.“ Wer sich bereits als Kind unfair behandelt fühlte, wirdmit hoherWahrscheinlichkeit auch imErwachsenenalter das Gefühl, immer zu kurz zu kommen, schwer loswerden. NACHGEBURTLICHE GESCHWISTERKRISE Wie groß der Einfluss der Eltern auf die Beziehung ihrer Kinder ist, beschreiben auch Katja Seide und Danielle Graf in ihrem Buch „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten. Das Geschwisterbuch“. Der Grundstein dafür, dass Geschwister gut miteinander auskommen, werde im ersten Jahr nach der Geburt eines weiteren Kindes in der Familie gelegt, sagt Katja Seide. „Es ist wichtig, dass Eltern denKindern helfen, eine gute Bindung zueinander aufzubauen. Häufig wird das von ihnen nicht aktiv unterstützt, weil sie denken, das kommt schon von allein.“ Seide spricht von der „nachgeburtlichen Geschwisterkrise“, die die Geburt eines Bruders, einer Schwester beim erstgeborenen Kind auslösen könne. Angst und Trauer darüber, die Eltern auf gewisse Weise verloren zu haben, sollten in dieser Phase liebevoll und mit Verständnis begleitet werden. „Das passiert aber oft nicht ausreichend, weil sich Eltern nicht so sehr bewusst sind, wie grundlegend wichtig diese erste Zeit ist. Und auch weil sie im ersten Jahr mit zwei oder mehr Kindern oft gestresst und überfordert sind.“ GEFÜHL, ZU KURZ ZU KOMMEN Wenn sich das ältere Kind zurückgesetzt und sich das jüngere in Folge von diesem abgelehnt fühlt, bereite das den Boden für späteren Geschwisterstreit, sagt Seide. Die Gründe für Streitigkeiten erscheinen in den Augen Erwachsener häufig banal: Kinder streiten um den besten Platz im Auto, um die schönste Erdbeere, um die Anzahl der Cornflakes beim Frühstück. Dahinter stecke das Gefühl, „schon immer“ zu kurz gekommen zu sein – auch wenn das den Kindern beim Streiten nicht bewusst ist. „Wenn Kinder wegen Kleinigkeiten in Streit geraten, sollten Eltern versuchen, den echten Grund, die anhaltende nachgeburtliche Geschwisterkrise, zu bearbeiten“, betont Seide. Streit mit dem Bruder, der Schwester kann durchaus einen positiven Nutzen haben. Kinder lernen sich zu behaupten, ihre Bedürfnisse zu äußern, ihre Grenzen zu verteidigen. Damit Streit tatsächlich diese positiven Effekte hat, braucht es aber bestimmte Voraussetzungen. „Wenn sich Geschwister regelrecht hassen, kann aus Streit nie etwas Positives entstehen, nur dann, wenn sie sich grundsätzlich wohlwollend gegenüberstehen“, sagt Katja Seide. Wann sollen Eltern in die Streitigkeiten ihrer Kinder eingreifen? Diese Frage sei schwer zu beantworten, sagt Seide, da braucht es viel Fingerspitzengefühl. Dann, wenn es ein starkes Machtgefälle zwischen den streitenden Kindern gibt, sollten Eltern Streit auf jeden Fall begleiten. Etwa wenn die fünfjährige Schwester den einjährigen Bruder haut. Oder wenn Geschwisterstreit beginnt, sich in Richtung Mobbing zu entwickeln. Was Eltern keinesfalls tun sollen: Partei für einen der beiden Streithähne zu ergreifen. Das wirkt sich langfristig negativ auf das Geschwisterverhältnis aus. „Es ist auch keine gute Idee, das vermeintliche ‚Opfer‘ ausgiebig zu trösten und dem scheinbaren ‚Täter‘ die kalte Schulter zu zeigen. Das wird den ‚Täter‘ nicht dazu bringen, dass es ihm leidtut, sondern verstärkt eher den Frust und bei nächster Gelegenheit wird es dem Geschwisterkind heimgezahlt.“ Katja Seide empfiehlt, sich immer beiden Kindern zuzuwenden, zu trösten, in den Arm nehmen, bis sich alle beruhigt haben. Dann kann man in Ruhe herausfinden, was eigentlich vorgefallen ist. Dafür braucht es keinen Schuldigen, der bestraft werden muss. Sondern: „Es ergibt sich eine gute Lerngelegenheit, bei der man mit den Kindern besprechen kann, warum es zum Streit gekommen ist, was sie sich vom anderen gewünscht hätten und was eine Möglichkeit für einen Konsens oder einen Kompromiss gewesen wäre.“ Geschwisterbeziehungen sind die konfliktreichsten Beziehungen überhaupt – und gleichzeitig eine wertvolle Ressource.

21 www.gesundundleben.at 11/22 „Wenn Kinder wegen Kleinigkeiten in Streit geraten, sollten Eltern versuchen, den echten Grund, die anhaltende nachgeburtliche Geschwisterkrise, zu bearbeiten.“ Katja Seide Danielle Graf, Katja Seide Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten. Das Geschwisterbuch ISBN 978-3-40786578-6 n BUCHTIPP Danielle Graf und Katja Seide Drei Maßnahmen hätten sich dabei bewährt: Spielen, vor allem, wenn die Kinder noch klein sind. Aufmerksamkeit geben und – bei größeren Kindern – aktiv zuhören, umdas Gefühl zu vermitteln, wirklich verstanden zu werden. GUTE BEZIEHUNG ALS BONUS Was Seide darüber hinaus empfiehlt, um Rivalitäten zu vermeiden: klare Besitzverhältnisse. Das Kind kann seinen Lieblingsbagger mit dem kleinen Bruder teilen, muss aber nicht. Genügend GESCHWISTER Freiräume für jedes Kind, in denen es auch ohne seine Geschwister sein kann. Keine Zwangsverpflichtung für die Großen, sich um die kleinen Geschwister kümmern zu müssen. Die Kinder nicht miteinander vergleichen. Auch wenn es sich viele Eltern für ihre Kinder wünschen: Dass Geschwister sich gut verstehen, so richtig liebhaben und ein Leben lang die besten Freunde sind, könnten sie sich nicht erwarten, sagt Katja Seide. Das sei ein Bonus, über den sich Eltern freuen können, aber keine Pflicht. „Eine realistische Erwartung an eine Geschwisterbeziehung ist, dass die Kinder sich wohlwollend neutral gegenüberstehen und in friedlicher Co-Existenz leben, ohne sich absichtlich zu ärgern oder sich gegenseitig verbal niederzumachen.“ SANDRA LOBNIG n * Keine Anschlussgebühr im Aktionszeitraum November und Dezember 2022. Aktion gültig für Neukundinnen und -kundenmit 3 Monaten Bindefrist. ** Unter Einhaltung der Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen Hilfswerk Niederösterreich Information und Bestellung unter 0800 800 408 www.notruftelefon.at Symbolbild AKTION im November + Dezember! • Sicherheit auf Knopfdruck – rund um die Uhr • Jetzt 30 Euro sparen* • Gratis Aufstellung und Installation** • Auf Wunsch mit persönlichen Erinnerungsanrufen z.B. bei Medikamenteneinnahme mit der Notruftelefon-Winteraktion Ob zuhause oder unterwegs: Die Hilfswerk-Notrufzentrale passt auf Sie auf! Wir informieren Sie gerne zu den unterschiedlichen Notruftelefon-Typen, damit Sie das zu Ihrer Lebenssituation passende Gerät wählen können. Nach Installation und Aktivierung sind Sie im Ernstfall auf Knopfdruck mit unserer ständig verfügbaren Notrufzentrale verbunden, die gezielt die benötigte Hilfe organisiert. Sicherheit schenken

22 FOTOS: ISTOCK_MARTINNS, NLK | PFEIFFER BEWEGUNG 150 bis 300 Minuten sollte man sich pro Woche bewegen. Um Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu einem aktiven Alltag zu animieren, setzt „Tut gut!“einen Bewegungsschwerpunkt. „GEMMAS AN!“ Landesrat Martin Eichtinger und „Tut gut!“-Geschäftsführerin Alexandra Pernsteiner-Kappl präsentieren den neuen Bewegungsschwerpunkt von „Tut gut!“. iederösterreicherinnen und Niederösterreicher inBewegung zubringenund ihnen dabei zu helfen, ein langes Leben in bestmöglicher Gesundheit zu führen – das ist das Ziel der „Tut gut!“ Gesundheitsvorsorge GmbH. Aus diesem Grund setzt sie für die nächsten Monate unter dem Motto „Gemmas an!“ mit einemeigenen Schwerpunkt auf dasThema Bewegung. Das kommt nicht von ungefähr: So sind laut der aktuellen Gesundheitsbefragung im Land insgesamt 50,8 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher übergewichtig oder sogar adipös und 76,4 Prozent kommen den nationalen und internationalen Bewegungsempfehlungen nicht nach. „Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einem gesunden Erwachsenen pro Woche 150 Minuten Bewegung bei mittlerer Intensität und 75 Minuten bei intensiver sportlicher Betätigung“, sagt Mag. Alexandra Pernsteiner-Kappl, „Tut gut!“-Geschäftsführerin. Möglichkeiten, diese wertvollen Bewegungsminuten zu sammeln, gebe es reichlich: „Ob Wandern, Schwimmen, Radfahren, Tanzen oder Nordic Walking – Niederösterreich bietet unzähligeMöglichkeiten, um sportlich aktiv zu sein und damit die eigene Gesundheit zu fördern. Schon zweieinhalb Stunden Bewegung pro Woche zeigen deutliche positive Effekte auf Blutdruck, Blutfette, Immunsystem, Verdauung und das psychische Wohlbefinden“, betont Pernsteiner-Kappl. N BEWEGTER ALLTAG Während die niederösterreichischen Landsleute bei Freizeitbewegung im Österreich-Vergleich an der Spitze liegen, gibt es gerade bei der Alltagsbewegung großen Aufholbedarf. Unser Alltag findet vorwiegend im Sitzen statt: im Auto oder im Zug, vor dem PC und am Abend auf der Couch. Die Treppe anstatt des Aufzugs zu nehmen, beim Telefonieren aufzustehen und einige Schritte zu gehen, Strecken zu Fuß zurückzulegen oder in der Mittagspause einen der „Tut gut!“-Schrittewege zu nutzen sind nur wenige Ideen, um den Büroalltag aktiver zu gestalten. Darüber hinaus sorgt die „Tut gut!“-Homepage als zentraler Dreh- und Angelpunkt des Bewegungsschwerpunkts mit reichlich Infomaterial, Online-Vortragsreihen und Webinaren sowie einer wöchentlichen Zoom-Bewegungseinheit zum Mitmachen für die nötige Motivation, um den inneren Schweinehund zu überwinden. n Informationen: www.noetutgut.at/bewegung GESUND & LEBEN verlost gemeinsam mit „Tut gut!“ 250 Bewegungspackages, bestehend aus Wandersocken, der Wanderbox mit allen Karten der 80 „Tut gut!“- Wanderwege und Bewegungstipps. Schicken Sie dazu ein E-Mail mit Ihrer Anschrift und dem Betreff „Bewegungspackage“ an redaktion@ gesundundleben.at Einsendeschluss: 2. Dezember 2022 MITMACHEN & gewinnen!

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